Avalkredit

Im Finanzbereich wird eine Bürgschaft oft auch als Aval bezeichnet. Daraus wiederum leitet sich eine spezielle Darlehensart ab, die auch als Avalkredit bekannt ist. In diesem Fall ist allerdings nicht eine Privatperson Bürge, sondern stattdessen ist es charakteristisch für den Avalkredit, dass die Bank als Bürge auftritt.

Was beinhaltet der Avalkredit?

Beim Avalkredit ist nicht nur ein Kreditinstitut Bürge, sondern darüber hinaus handelt es sich um eine sogenannte selbstschuldnerische Bürgschaft. Bei einem Avalkredit gibt es stets drei Parteien, nämlich zum einen die bürgende Bank sowie zum anderen den Kunden. Als dritte Partei tritt zudem ein Gläubiger auf, der gegenüber dem Kunden der Bank eine Forderung hat. Insofern handelt es sich seitens der Bank um eine Leistungsgarantie, die durch den Abschluss des Avalkreditvertrages wirksam wird. Nach dem in Deutschland geltenden Kreditwesengesetz dürfen ausschließlich Kreditinstitute sowie Versicherungsgesellschaften überhaupt Avalkredite vergeben. Typisch für den Kredit ist auch, dass – im Gegensatz zu den meisten anderen Darlehensarten – kein Geldbetrag ausgezahlt wird. Stattdessen übernimmt die Bank lediglich eine Bürgschaft für Verbindlichkeiten, die ihr Kunde gegenüber dem Gläubiger hat.

Welche Vorteile hat der Avalkredit für Kunden?

Der Avalkredit hat für den Bankkunden gegenüber seinem Gläubiger und häufigen Vertragspartner vor allem den Vorteil, dass der Kunde eine bessere Bonität erhält. Gläubiger können nämlich davon ausgehen, dass Banken nur an solche Kunden einen Avalkredit vergeben, die eine gute Bonität aufweisen. Darüber hinaus gibt es für den Schuldner noch einen weiteren Vorteil, der darin besteht, dass er keine Sicherheiten stellen muss, wie es bei den meisten anderen Darlehen der Fall ist. Dies wiederum führt dazu, dass Avalkredite weder die Liquidität des Kunden noch dessen Bilanzsumme in negativer Art und Weise belasten.

In welchen Bereichen werden Avalkredite eingesetzt?

Avalkredite gehören zwar nicht zu den am häufigsten genutzten Darlehensarten, aber dennoch werden sie in der Praxis in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Typisch ist, dass die Banken fast ausschließlich für Geschäftskunden und Unternehmen als Bürger eintreten, während ein Avalkredit für Privatpersonen eher seltener der Fall ist. Ein häufiger Anlass, zu dem diese Kredite eingesetzt werden, besteht zum Beispiel in Form einer Absicherung einer bereits geleisteten Zahlung. In diesem Fall soll die Garantie sich bis zu dem Zeitpunkt erstrecken, bis die vereinbarte Leistung erbracht wurde. Solche Avale werden auch als Anzahlungsavale oder Leistungsavale bezeichnet.

Darüber hinaus gibt es noch verschiedene weitere Formen der Avalkredit bzw. Avale, wie zum Beispiel:

  • Vertragserfüllungsaval
  • Gewährleistungsaval
  • Bietungsaval
  • Wechselaval
  • Prozessaval
  • Mietaval

Im Privatkundenbereich ist sicherlich vor allem das Mietaval ein Begriff. In diesem Fall übernimmt die Bank nämlich für ihren Kunden gegenüber dem Vermieter die Garantie, dass sie bis zum vereinbarten Betrag bei einer Wohnung angerichteten Schäden die Übernahme der Kosten durchführt. Oftmals tritt ein solches Mietaval an die Stelle eines klassischen Mietkautionsskontos.

Was kostet der Avalkredit?

Bei einem Avalkredit fallen keinen klassischen Zinsen an, sondern stattdessen erhält die bürgende Bank eine Avalprovision. Zuvor ermittelt das Kreditinstitut in aller Regel insbesondere den anfallenden Verwaltungsaufwand, das Risiko der Haftung sowie die Laufzeit. Auf dieser Basis wird dann die Avalprovision ermittelt, welche das Kreditinstitut für die Übernahme der Bürgschaft veranschlagt. Durchschnittlich bewegt sich die Avalprovision auf einem deutlich geringeren Niveau als der Zinssatz für klassische Darlehen. Die Angebote reichen meistens von einem einer jährlichen Avalprovision zwischen 2 und 4 Prozent.