Der Wechselkredit ist heutzutage nicht mehr besonders üblich, was schlichtweg daran liegt, dass Wechsel im Vergleich zu früheren Zeiten nur noch selten genutzt werden, insbesondere im Privatbereich. Generell handelt es sich beim Wechselkredit um ein Darlehen, welches nahezu ausschließlich im geschäftlichen Bereich genutzt wird.

Worum handelt es sich beim Wechselkredit?

Das wesentliche Einsatzgebiet eines Wechselkredites ist die Finanzierung von Waren oder bestimmten Dienstleistungen, wobei es sich um ein Darlehen handelt, welches in Verbindung mit einem Wechsel steht. Beim Wechselkredit ist es fast immer so, dass der Lieferant bzw. Verkäufer dem entsprechenden Käufer ein Zahlungsziel eingeräumt und dadurch in gewisser Sinne zum Kreditgeber wird. Während Wechselkredite noch vor rund zehn Jahren eine relativ große Bedeutung hatten, werden sie heute nur noch vergleichsweise selten genutzt. Der wesentliche Grund besteht darin, dass solche Wechselkredite sehr kosten- und personalintensiv sind, was unter anderem daran liegt, dass der entsprechende Wechsel eine Urkunde als Grundlage hat.

Welche Daten und Fakten muss ein Wechselkredit beinhalten?

Beim Wechselkredit gibt es wie beim Wechsel genaue rechtliche Vorschriften, wie dieser ausgestaltet sein muss. So sind es insbesondere die folgenden Angaben, die ein Wechselkredit definitiv enthalten muss:

  • Name des Begünstigten (Wechselnehmer)
  • Ausstellungsort
  • Bezeichnung „Wechsel“ auf dem Dokument
  • Ausstellungsdatum
  • Name Unterschrift des Bezogenen
  • Zahlungsort
  • Zahlungsanweisung über Summe X
  • Fälligkeitstag
  • Ein klassisches Merkmal des Wechselkredites ist unter anderem, dass Fälligkeitsdatum und Ausstellungsdatum abweichend sind. Durch diese Tatsache räumt der jeweilige Begünstigte dem Bezogenen ein Darlehen ein.

    Welche Formen des Wechsels bzw. Wechselkredites gibt es?

    Die Grundlage für einen Wechselkredit ist immer der Wechsel, der Praxis in verschiedenen Varianten vorkommen kann. Dabei wird insbesondere zwischen den folgenden Versionen unterschieden:

  • Akzept
  • Tagwechsel
  • Datumswechsel
  • Sichtwechsel
  • Nachsichtwechsel
  • Die in der Praxis am häufigsten genutzte Variante ist der Akzept. Auf ihm ist die Unterschrift des Bezogenen enthalten, der den Wechsel und somit den Wechselkredit letztendlich zahlen muss. Neben diesen Varianten lassen sich Wechsel noch in zweiter Hinsicht unterscheiden, nämlich ob es sich um Finanzwechsel oder um Handelswechsel handelt. Beim Finanzwechsel werden in erster Linie bestimmten Geldgeschäfte finanziert, während es beim Handelswechsel üblich ist, dass eine Lieferung die Basis ist.

    Wie kann ein Wechsel übertragen werden?

    Soll ein Wechsel übertragen werden, so kann dies auf zweierlei Art und Weise durchgeführt werden. Am häufigsten findet die Übertragung eines Wechsels mittels eines Indossaments statt. Dabei ist es wichtig, dass die Wechselurkunde mit dem Vermerk „Für mich an die Order von…“ versehen ist und zudem muss der Weitergebende unterschreiben. Die zweite Variante besteht darin, den Wechsel abzutreten.

    Wofür werden Wechselkredite genutzt?

    Bis vor einiger Zeit wurden Wechselkredite häufig genutzt, und zwar in erster Linie, um Lieferantenrechnungen zu begleichen. Heutzutage wird diese Form faktisch nicht mehr genutzt, sondern stattdessen ist insbesondere im Bereich des Auslandsgeschäftes der Handelskredit die wesentliche Finanzierungsvariante. Trotzdem kann sich der Wechselkredit auch heute noch durch einige Vorteile auszeichnen, wie zum Beispiel das Zahlungsziel von oftmals bis zu 90 Tagen.