Der Lieferantenkredit wird häufig auch als Ratenkredit oder Handelskredit bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Darlehen, welches ein Lieferant seinem Abnehmer, also dem Verkäufer einer Ware oder Anbieter einer Dienstleistung, einräumt. Für viele Unternehmen, insbesondere Selbstständige, ist der Lieferantenkredit eine wichtige Finanzierungsalternative.

Was ist die Grundlage für den Lieferantenkredit?

Grundsätzlich ist es zunächst einmal nach dem BGB so, dass der Käufer einer Ware dazu verpflichtet ist, den Kaufpreis nach Erhalt der jeweiligen Ware zu bezahlen. Trotzdem ist es dem Verkäufer natürlich freigestellt, den Käufer ein Zahlungsziel einzuräumen. Er verschiebt damit die Zahlungspflicht auf einen späteren Zeitpunkt. Exakt bei diesem Vorgang handelt es sich um einen Lieferantenkredit. Dieser setzt stets voraus, dass der Käufer einer Ware nach der Übergabe nicht sofort bar zahlen muss, sondern stattdessen räumt der Lieferant ihm ein Zahlungsziele ein. Es handelt sich somit um einen Zahlungsaufschub, der rechtlich betrachtet einen Kredit des Lieferanten an den Käufer darstellt. Dies wird im Paragraph 488 BGB definiert.

Wie funktioniert der Lieferantenkredit im Detail?

Der Lieferantenkredit ist von klassischen Bankkrediten abzugrenzen, denn in diesem Fall erhält der Schuldner kein Bargeld ausgezahlt, wie es bei einem Bankdarlehen der Fall ist. Stattdessen gewährt der Lieferant seinen Kunden einen Zahlungsaufschub. Dies bedeutet, dass der Käufer die Ware entgegennehmen kann, allerdings beispielsweise erst 14 oder 30 Tage später zahlen muss. Trotzdem geben Lieferanten ihren Kunden meistens einen bestimmten Anreiz, dass sie das vereinbarte Zahlungsziel möglichst nicht in vollem Umfang ausnutzen. So wird häufig die Zahlungsbedingung angeboten, dass der Käufer einen Preisnachlass, auch als Skonto bezeichnet, von beispielsweise drei bis fünf Prozent erhält, falls er die Waren doch innerhalb von wenigen Tagen bezahlen sollte.

Welche Vor- und Nachteile hat der Lieferantenkredit?

Der wesentliche Vorteil des Lieferantenkredites besteht für den Käufer darin, dass er die Waren nicht sofort bezahlen muss. Im Idealfall kann er die gekauften Güter selbst weiterveräußern, beispielsweise dann, wenn es sich um einen Zwischenhändler handelt. So kann es passieren, dass er den Verkaufserlös bereits erhält, bevor er den Lieferanten bezahlen muss. Somit entstehen keine Liquiditätsprobleme und falls der Käufer die Waren doch schneller bezahlen kann, erhält er sogar nicht selten ein Skonto seitens des Lieferanten. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sind zum Teil sogar auf solche Lieferantenkredite angewiesen.

Der wesentliche Nachteil des Lieferantenkredites besteht in der Regel darin, dass der zu zahlende Effektivzins vergleichsweise hoch ist. Mitunter wird dieser Zinssatz in der Rechnung nicht einmal ausgewiesen, sodass sich Käufer bei der Vereinbarung eines Lieferantenkredites genau erkundigen sollten, welche Kosten eventuell auf sie zukommen werden.

Lieferantenkredit statt Bankdarlehen

Für viele Käufer von Waren, die regelmäßig einen Lieferantenkredit nutzen, handelt es sich um eine vorteilhaftere Alternative zum Bankdarlehen. Durch den Lieferantenkredit wird eine eventuell bei der Bank bestehende Kreditlinie nicht belastet und insbesondere bei Inanspruchnahme des Skontos kann der Lieferantenkredit sogar günstiger als ein Bankdarlehen sein. Zudem ist der Lieferantenkredit sehr flexibel und wird in den weitaus meisten Fälle ohne Sicherheiten eingeräumt. Ein weiterer Vorteil besteht gegenüber dem Bankdarlehen darin, dass durch eine ordnungsgemäße Zahlung beim Lieferantenkredit die Geschäftsbeziehung zum Lieferanten gestärkt werden kann.