Skonto

Beim Skonto handelt es sich um einen prozentualen Preisnachlass bezogen auf den Verkaufspreis, wenn die Zahlung fristgemäß erfolgt oder die Rechnung direkt in bar beglichen wird. Üblicherweise liegt der Skonto zwischen 2 % und 3 %. Ein Beispiel dafür ist: „Bei Bezahlung binnen zwölf Tagen wird ein Skonto von 2,5 % gewährt.“ Dabei ist auch zu beachten, dass, falls der Kunde den Rechnungsbetrag erst überweist, wenn die Skontofrist abgelaufen ist, ein Lieferantenkredit entsteht. Dieser ist im Umkehrschluss sehr teuer.

Warum gewährt ein Verkäufer Skonto?

Im ersten Moment wundert man sich vielleicht, warum ein Verkäufer einen Preisnachlass geben sollte, nur weil der Käufer fristgerecht bezahlt. In der Praxis jedoch bewährt sich das Angebot, die Möglichkeit des Skontos zu nutzen. Zum einen kann sich der Absatz erhöhen, weil die Waren oder Dienstleistungen preiswerter werden. Zum anderen werden Käufer zuverlässiger bezahlen, wenn sie die Chance haben, Geld zu sparen. Es geht also in erster Linie darum, einen Anreiz zu schaffen, Rechnungen pünktlich zu begleichen.

Andere Möglichkeiten von Rabatten

Es handelt sich beim Skonto also um nichts anderes als einen Rabatt, den ein Lieferant gewährt, um eigene Finanzierungskosten zu reduzieren. Es gibt noch einige andere Möglichkeiten, beim Kauf von Waren oder Dienstleistungen Rabatte zu gewähren. So kann ein Verkäufer sich zum Beispiel eine zeitlich begrenzte Aktion überlegen. Hierbei erhält der Käufer die Chance, bei Bestellung innerhalb eines bestimmten Zeitraums einen Rabatt auf den Rechnungsbetrag zu erhalten. Eine andere Möglichkeit ist es, mehr Ware oder eine bessere Leistung für das gleiche Geld zu erbringen.

Skonto für die Verbesserung des Zahlungsverhaltens

Es geht also in erster Linie darum, das Zahlungsverhalten, auch Zahlungsmoral genannt, der Kunden zu verbessern. Unter den Zahlungsverhalten versteht man in diesem Zusammenhang die Fähigkeit und Bereitschaft eines Schuldners, seinen Zahlungspflichten innerhalb der Fälligkeit ohne Einschränkung nachzukommen.
Die Zahlungsmoral von Schuldnern hängt also von der Bereitschaft und der Fähigkeit ab, Geldschulden innerhalb vereinbarter Fristen zu bezahlen. Ob diese Fähigkeit vorhanden ist, ist nicht zuletzt eine Frage der Liquidität. Die Bereitschaft wiederum hängt in erster Linie von seinem Willen ab, das Geld zu überweisen. Im Zuge der Untersuchung der Zahlungsmoral geht es zunächst einmal nicht darum, ob die Bereitschaft oder die Fähigkeit das Verhalten eines Schuldners beeinflusst. Tatsache ist, dass das Zahlungsverhalten umso besser ist, je zeitiger die Schulden beglichen werden. Es gibt für Unternehmen verschiedene Möglichkeiten, die Zahlungsmoral zu beurteilen. Es sind unter anderem die folgenden Kennzahlen, die dabei zu Rate gezogen werden können:

  • Die Forderungen und ihre Altersstruktur
  • Die Umschlagsgeschwindigkeit
  • Der Ausnutzungsgrad des Kontos
  • Der Gütegrad der Zahlungsmoral

Was ist ein Lieferantenkredit?

Ein Lieferantenkredit entsteht, wenn die Skontofrist abgelaufen ist und der Rechnungsbetrag nicht überwiesen wurde. Dieser auch als „Handelskredit“ oder „Warenkredit“ bezeichnete Kredit wird durch den Lieferant gegenüber seinem Kunden eingeräumt. Das funktioniert, indem diesem ein Zahlungsziel gewährt wird. Diese Form des Kredits dient der Finanzierung des Warenumschlags.

Gegensatz zum Lieferantenkredit: der Kundenkredit

Der Kundenkredit stellt den Gegensatz zu einem Lieferantenkredit dar. Er wird auch als „Abnehmerkredit“ bezeichnet. Hierunter wird die im Vertrag vorgesehene Vorleistung verstanden, die der Käufer zum Beispiel als Zahlung erbringt. Hiermit sind auch Anzahlungen gemeint. Dies geschieht, ehe die Dienstleistung erbracht oder die Ware geliefert wurde. Von diesem Modell hört man deutlich seltener als vom Lieferantenkredit.

Der Skonto und seine vielen Facetten

Hinter dem kleinen unscheinbaren Wort „Skonto“ verbirgt sich ein großes Themengebiet. Zuerst einmal geht es nur darum, einen kleinen Rabatt zu gewähren, wenn ein bestimmtes Zahlungsziel eingehalten wird. Es geht aber eben auch darum, die Zahlungsmoral von Käufern zu verbessern und den Absatz zu fördern. Wird ein Rechnungsbetrag nicht innerhalb der Skontofrist beglichen, entsteht ein Lieferantenkredit, dessen Gegensatz der Kundenkredit ist. Unternehmen können unterschiedliche Kennzahlen nutzen, um die Zahlungsmoral zu beurteilen.