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Skonto

Beim Skonto handelt es sich um einen prozentualen Preisnachlass bezogen auf den Verkaufspreis, wenn die Zahlung fristgemäß erfolgt oder die Rechnung direkt in bar beglichen wird. Üblicherweise liegt der Skonto zwischen 2 % und 3 %. Ein Beispiel dafür ist: „Bei Bezahlung binnen zwölf Tagen wird ein Skonto von 2,5 % gewährt.“ Dabei ist auch zu beachten, dass, falls der Kunde den Rechnungsbetrag erst überweist, wenn die Skontofrist abgelaufen ist, ein Lieferantenkredit entsteht. Dieser ist im Umkehrschluss sehr teuer und liegt nicht selten bei 40 % bis 50 %.

Warum gewährt ein Verkäufer Skonto?

 

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Im ersten Moment wundert man sich vielleicht, warum ein Verkäufer einen Preisnachlass geben sollte, nur weil der Käufer fristgerecht bezahlt. In der Praxis jedoch bewährt sich das Angebot, die Möglichkeit des Skontos zu nutzen. Zum einen kann sich der Absatz erhöhen, weil die Waren oder Dienstleistungen preiswerter werden. Zum anderen werden Käufer zuverlässiger bezahlen, wenn sie die Chance haben, Geld zu sparen. Es geht also in erster Linie darum, einen Anreiz zu schaffen, Rechnungen pünktlich zu begleichen.

Andere Möglichkeiten von Rabatten

Es handelt sich beim Skonto also um nichts anderes als einen Rabatt. Es gibt noch einige andere Möglichkeiten, beim Kauf von Waren oder Dienstleistungen Rabatte zu gewähren. So kann ein Verkäufer sich zum Beispiel eine zeitlich begrenzte Aktion überlegen. Hierbei erhält der Käufer die Chance, bei Bestellung innerhalb eines bestimmten Zeitraums einen Rabatt auf den Rechnungsbetrag zu erhalten. Eine andere Möglichkeit ist es, mehr Ware oder eine bessere Leistung für das gleiche Geld zu erbringen.

Skonto für die Verbesserung des Zahlungsverhaltens

Es geht also in erster Linie darum, das Zahlungsverhalten, auch Zahlungsmoral genannt, der Kunden zu verbessern. Unter den Zahlungsverhalten versteht man in diesem Zusammenhang die Fähigkeit und Bereitschaft eines Schuldners, seinen Zahlungspflichten innerhalb der Fälligkeit ohne Einschränkung nachzukommen.

Die Zahlungsmoral von Schuldnern hängt also von der Bereitschaft und der Fähigkeit ab, Geldschulden innerhalb vereinbarter Fristen zu bezahlen. Ob diese Fähigkeit vorhanden ist, ist nicht zuletzt eine Frage der Liquidität. Die Bereitschaft wiederum hängt in erster Linie von seinem Willen ab, das Geld zu überweisen. Im Zuge der Untersuchung der Zahlungsmoral geht es zunächst einmal nicht darum, ob die Bereitschaft oder die Fähigkeit das Verhalten eines Schuldners beeinflusst. Tatsache ist, dass das Zahlungsverhalten umso besser ist, je zeitiger die Schulden beglichen werden. Es gibt für Unternehmen verschiedene Möglichkeiten, die Zahlungsmoral zu beurteilen. Es sind unter anderem die folgenden Kennzahlen, die dabei zu Rate gezogen werden können:

  • Die Forderungen und ihre Altersstruktur
  • Die Umschlagsgeschwindigkeit
  • Der Ausnutzungsgrad des Kontos
  • Der Gütegrad der Zahlungsmoral

Was ist ein Lieferantenkredit?

Ein Lieferantenkredit entsteht, wenn die Skontofrist abgelaufen ist und der Rechnungsbetrag nicht überwiesen wurde. Dieser auch als „Handelskredit“ oder „Warenkredit“ bezeichnete Kredit wird durch den Lieferant gegenüber seinem Kunden eingeräumt. Das funktioniert, indem diesem ein Zahlungsziel gewährt wird. Diese Form des Kredits dient der Finanzierung des Warenumschlags.

Gegensatz zum Lieferantenkredit: der Kundenkredit

Der Kundenkredit stellt den Gegensatz zu einem Lieferantenkredit dar. Er wird auch als „Abnehmerkredit“ bezeichnet. Hierunter wird die im Vertrag vorgesehene Vorleistung verstanden, die der Käufer zum Beispiel als Zahlung erbringt. Hiermit sind auch Anzahlungen gemeint. Dies geschieht, ehe die Dienstleistung erbracht oder die Ware geliefert wurde. Von diesem Modell hört man deutlich seltener als vom Lieferantenkredit.

Der Skonto und seine vielen Facetten

Hinter dem kleinen unscheinbaren Wort „Skonto“ verbirgt sich ein großes Themengebiet. Zuerst einmal geht es nur darum, einen kleinen Rabatt zu gewähren, wenn ein bestimmtes Zahlungsziel eingehalten wird. Es geht aber eben auch darum, die Zahlungsmoral von Käufern zu verbessern und den Absatz zu fördern. Wird ein Rechnungsbetrag nicht innerhalb der Skontofrist beglichen, entsteht ein Lieferantenkredit, dessen Gegensatz der Kundenkredit ist. Unternehmen können unterschiedliche Kennzahlen nutzen, um die Zahlungsmoral beurteilen.

Skonto bei Vorkasse

In den meisten Fällen wird seitens der Lieferanten ein Skonto gewährt, wenn der Zahlungspflichtige zum Beispiel die Rechnung innerhalb der ersten zehn Tage bezahlt und das Zahlungsziel von zum Beispiel 20 Tagen nicht ausschöpft. Grundsätzlich ist es dem Lieferanten und Verkäufer allerdings freigestellt, unter welchen Bedingungen er bereit ist, einen Rabatt auf den Rechnungsbetrag in Form des Skontos zu gewähren. Grundsätzlich gibt es vor allem die folgenden drei Varianten, die in der Praxis über 90 Prozent aller Skonto-Bedingungen darstellen:

  • Skonto bei Zahlung der Rechnung innerhalb von XY Tagen
  • Skonto bei Barzahlung
  • Skonto bei Vorkasse

Eine Variante ist demnach das Skonto bei Vorkasse. Damit ist gemeint, dass der Käufer und Zahlungspflichtige nur dann einen Rabatt erhält, wenn er die entsprechenden Waren oder Dienstleistungen bereits vor Lieferung oder Inanspruchnahme bezahlt. Vorkasse heißt also, dass zuerst der Geldbetrag bezahlt wird und erst anschließend die Waren entgegengenommen oder die Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. Bei Onlinehändlern zum Beispiel bezieht sich das Skonto bei Vorkasse dann auf den gesamten Warenkorb, sodass der Rabattbetrag direkt innerhalb des Bestellvorgangs subtrahiert werden kann.

Wie lässt sich das Skonto ermitteln?

Insbesondere bei größeren Gegenwerte der Käufe ist es interessant, das Skonto vorab berechnen zu können. Dadurch lassen sich zum Beispiel Angebote vergleichen und besonders günstige Verkäufer und Lieferanten finden, wenn sofort bekannt ist, wie hoch der Rabatt in Euro ausgedrückt ist. Je nachdem, ob Sie entweder den Skontobetrag oder den Zahlungsbetrag nach Abzug des Skontos ermitteln möchten, können dazu die folgenden zwei Formeln genutzt werden:

  • Zahlungsbetrag = Rechnungsbetrag – Skontobetrag
  • Skontobetrag = Rechnungsbetrag * Skontosatz

Nehmen wir also an, Sie möchten den Betrag ermitteln, den Sie letztendlich nach Abzug des Skontos bezahlen müssen. Zu diesem Zweck subtrahieren Sie einfach vom Rechnungsbetrag, beispielsweise 398,70 € den Skontobetrag in Höhe von 11,96 Euro. Daraus würde sich zum Beispiel ein Zahlungsbetrag in Höhe von 386,74 Euro ergeben.

In der Regel müssen Sie allerdings zuvor noch den Skontobetrag ermitteln, denn auf der Rechnung ist für gewöhnlich lediglich der Skontosatz notiert, beispielsweise 3 %. Gehen wir also davon aus, dass der Rechnungsbetrag zum Beispiel die zuvor bereits genannten 398,70 Euro beträgt, bei einem Skontosatz von 3 %. Demnach würde sich ein Skontobetrag in Höhe von 11,96 Euro ergeben.

Wie findet die Verbuchung des Skontos statt?

Die Verbuchung des Skontos muss natürlich auf beiden Seiten erfolgen, also sowohl beim Lieferanten als auch beim entsprechenden Kunden. Wie die Buchungen lauten lässt sich am besten an einem Praxisbeispiel verdeutlichen. Angesprochen werden in dem Zusammenhang zuerst das Lieferantenkonto und anschließend das entsprechende Kundenkonto.

Nehmen wir dazu den folgenden Sachverhalt einfach: Sie kaufen für Ihr Unternehmen von einem Lieferanten verschiedene Waren im Gegenwert von 20.000 Euro. Sollten Sie die Rechnung innerhalb von zehn Tagen begleichen, erhalten Sie vom Lieferanten ein Skonto in Höhe von fünf Prozent. Zunächst muss der entsprechende Kauf auf Rechnung verbucht werden. Dies geschieht mit dem folgenden Buchungssatz:

Wareneingang 20.000 € an Verbindlichkeit. aus Lieferungen und Leistungen 23.800 €

an Vorsteuer 3.800 €

In dem Fall wird also zunächst der Rechnungsbetrag ohne Einbezug des Skontos auf den entsprechenden Konten verbucht, wobei die Mehrwertsteuer von 19 Prozent (Vorsteuer) einbezogen wurde. Im nächsten Schritt muss dann das Skonto ebenfalls verbucht werden. Der entsprechende Buchungssatz lautet:

Verbindlichkeit. aus Lief. und Leistungen 23.800 € an Bank 23.086 €

an erhaltenes Skonto 1.000 €

an Vorsteuer 3.800 €

Bei der Buchung muss selbstverständlich nicht nur das Lieferantenkonto angesprochen werden, sondern auf der anderen Seite ebenfalls das Kundenkonto. In diesem Fall würde die erste Verbuchung lauten:

Forderungen aus Lieferung und Leistung 23.800 € an Umsatzerlöse 20.000 €

an Umsatzsteuer 1.800 €

Auch hier wird anschließend das entsprechende Skonto verbucht, und zwar mit den jeweils gegenläufigen Buchungen zum Lieferantenkonto.

Die Verbuchung des Skontos ist deshalb notwendig, weil der ursprüngliche Rechnungsbetrag um das gewährte Skonto reduziert werden muss.

Findet der Abzug des Skontos vor oder nach der Mehrwertsteuer statt?

Grundsätzlich kann für die Ermittlung des Skontos sowohl der Brutto- als auch der Nettopreis als Grundlage genommen werden. Es macht deshalb keinen Unterschied, weil der ermittelte Zahlungsbetrag in beiden Fällen identisch ist. Warum das so ist, möchten wir wieder an einem Praxisbeispiel verdeutlichen.

Rechnungsbetrag: 1.000 € (netto)

Skonto: 3 % (bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen)

Skontobetrag: 30 € (1.000 € × 0,03)

Reduzierter Nettopreis: 970 €

Umsatzsteuer: 19 %

Zahlungsbetrag: 1.154,30 Euro (970 € × 1,19)

Die gleiche Rechnung kann alternativ auch mit dem Bruttopreis durchgeführt werden und sieht dementsprechend wie folgt aus:

Bruttopreis: 1.190 € (1.000 € × 1,19)

Skonto: 3 %

Skontobetrag: 35,70 Euro (1.190 € × 0,03)

Zahlungsbetrag: 1.154,30 Euro

Wie dieses Beispiel zeigt, macht es der Praxis bezüglich des Zahlungsbetrages keinen Unterschied, ob das Skonto vom Netto- oder Bruttopreis ermittelt wird.

Skonto vs. Zahlungsziel: Was ist die bessere Alternative?

Die meisten Käufer und damit Zahlungspflichtigen würden vom Gefühl sicherlich die Nutzung des Skontos als Rabatt dem Ausschöpfen des Zahlungsziels vorziehen. Trotzdem ist der Praxis so, dass das Skonto nicht immer die bessere Alternative ist. Manchmal kann es sinnvoll sein, stattdessen das Zahlungsziel bis zum letzten Tag auszunutzen. Diese Variante ist vor allem für Zahlungspflichtige von Vorteil, die etwas Probleme mit ihrer Liquidität haben. Dem Unternehmen steht also das Geld länger zur Verfügung, was zwar kein monetärer Vorteil gegenüber dem Skonto ist, jedoch dennoch die bessere Alternative sein kann.

Bis wann muss die Skonto-Zahlung vorgenommen werden?

Beim Skonto gibt es unterschiedliche Vereinbarungen, bis wann der Rechnungsbetrag überwiesen werden muss, damit der Rabatt noch greift. Die Skonto-Sätze bewegen sich meistens im Bereich zwischen zwei und fünf Prozent, manchmal sogar bis zu 10 Prozent. Die Zahlung muss für gewöhnlich innerhalb von 10 bis 14 Tagen erfolgen, damit der Skonto genutzt werden kann. Insbesondere bei einer längeren Geschäftsbeziehung gibt es manchmal sogar Zahlungsziele von bis zu 30 Tagen, bei denen ebenfalls noch ein Skonto berechnet werden darf.

Einfach erklärt an einem Video:

 

Worin unterscheiden sich Skonto und Rabatt?

Die zwei Begriffe Skonto und Rabatt werden häufig synonym verwendet. Trotzdem gibt es streng genommen einen Unterschied. Diese besteht darin, dass der Abzug des Skontos erst nach Erhalt der Rechnung erfolgt, wenn der Zahlungspflichtige sich nämlich entscheidet, den Rechnungsbetrag relativ früh zu überweisen. Der Rechnungssteller weiß also vorher nicht, ob das Skonto tatsächlich beansprucht wird oder nicht. Beim Rabatt hingegen handelt es sich um einen Preisnachlass, der sofort vereinbart und auch direkt von der Rechnung abgezogen wird.

Was bedeutet Skonto bei Barzahlung?

Für Skonto bei Barzahlung gibt es aus der Praxis zwei unterschiedliche Definitionen. Zum einen wird der Preisnachlass tatsächlich nur dann gewährt, wenn Bargeld genutzt wird. Üblich sind solche Skonti bei Barzahlung insbesondere beim Autokauf, bei dem tatsächlich auch heute noch Bargeld übergeben wird. Eine etwas andere Definition meint mit Barzahlung lediglich, dass die Rechnung umgehend nach Erhalt, also beispielsweise innerhalb von ein bis zwei Tagen, beglichen wird.

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