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Offene Selbstfinanzierung

Bei Unternehmen lässt sich im Hinblick auf Finanzierungen insbesondere zwischen der Innen- und der Außenfinanzierung unterscheiden. Das ist insbesondere bei der Analyse wichtig, nämlich zu wissen, woher die entsprechenden Finanzierungsmittel stammen. Eine Methode der Finanzierung wird auch als offene Selbstfinanzierung bezeichnet.

Was ist die offene Selbstfinanzierung?

Die offene Selbstfinanzierung ist ein Instrument im Rahmen der Eigenfinanzierung. Sie beinhaltet, dass Unternehmen im ersten Schritt Gewinne einbehalten, um diese im zweiten Schritt ihrer Gewinnrücklage zuzuführen. Man spricht in dem Zusammenhang bei der offenen Selbstfinanzierung alternativ auch von der Gewinnthesaurierung. Eine wichtige Folge der offenen Selbstfinanzierung und der Zuführung der Gewinne zu den Gewinnrücklagen ist, dass sich das Eigenkapital erhöht. Wichtig zu wissen es, dass die offene Selbstfinanzierung in der Bilanz ausgewiesen wird, nämlich unter den Gewinnrücklagen.

Was ist die stille Selbstfinanzierung?

Die stille Selbstfinanzierung ist faktisch das Gegenteil der offenen Selbstfinanzierung und wird häufiger ebenso als verdeckte Selbstfinanzierung bezeichnet. Kennzeichnend ist im Gegensatz zur offenen Selbstfinanzierung bei der stillen Selbstfinanzierung, dass im Unternehmen stille Rücklagen und Reserven aufgelöst werden. Das sind in erster Linie solche Vermögenswerte, die innerhalb der Bilanz nicht transparent ausgewiesen wurden. Die wesentliche Folge ist, dass die Aktivseite der Bilanz unterbewertet ist, was wiederum dazu führt, dass bei Auflösung der stillen Reserven eine Versteuerung stattfindet.

Die Grundlagen der offenen Selbstfinanzierung

Bei der offenen Selbstfinanzierung muss man unterscheiden, ob diese seitens bestimmter Gesetze gefordert, vertraglich geregelt oder freiwillig ist. Ein Beispiel für eine gesetzlich geforderte, offene Selbstfinanzierung gibt es insbesondere bei Aktiengesellschaften. Hier ist im Aktiengesetz festgelegt, dass es eine gesetzliche Rücklage geben muss. Diese beinhaltet, dass die entsprechenden Unternehmen fünf Prozent ihres jährlichen Überschusses nach Abzug eines eventuellen Verlustvortrages zurücklegen müssen. Es findet demzufolge eine Gewinnthesaurierung und somit eine offene Selbstfinanzierung statt.

Die vertraglich geregelte Selbstfinanzierung kommt vor allem dann zum Tragen, wenn innerhalb des Gesellschaftsvertrages definiert ist, dass es eine Mindestzuführung der Gewinnrücklagen geben soll. Damit möchte das Unternehmen seine Eigenkapitalbasis stärken, mitunter für wirtschaftlich schlechtere Zeiten. Darüber hinaus bleibt es jedem Unternehmen überlassen, ob zusätzlich eine freiwillige, offene Selbstfinanzierung erfolgt, indem ein gewisser Anteil des Jahresgewinns den Gewinnrücklagen zugeführt wird.

Was sind die Gründe für die offene Selbstfinanzierung?

Grundsätzlich gibt es mehrere Gründe für die offene Selbstfinanzierung. Häufig möchten Unternehmen ihre Gewinne selbst steuern, sodass sie sich dementsprechend für die offene Selbstfinanzierung entscheiden. Ein zweiter Grund besteht darin, dass es beispielsweise per Gesetz sogenannte Ausschüttungssperren gibt, sodass zwangsläufig ein Teil der Gewinne thesauriert wird und somit in den Bereich der offenen Selbstfinanzierung fallen muss.

Was sind die Vorteile der offenen Selbstfinanzierung?

Der Hauptvorteil einer offenen Selbstfinanzierung ist, dass die entsprechenden Unternehmen weniger oder im besten Fall gar nicht auf Fremdkapital angewiesen sind. Dies wiederum hat den Vorzug, dass sie nicht von anderen Geldgebern abhängig sind und natürlich Kosten einsparen, da die Aufnahme von Fremdkapital fast immer mit einer Zinszahlung verbunden ist. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass durch die Erhöhung des Eigenkapitals die Kreditwürdigkeit der Firma steigt. Die höhere Eigenkapitalquote und die damit verbundene bessere Bonität erhöht die Chancen auf externe Finanzierungen, falls diese einmal benötigt werden. Zudem bietet die offene Selbstfinanzierung hohe Flexibilität, denn es kann jederzeit auf Gewinnrücklagen zurückgegriffen werden, wenn Investitionen oder Anschaffungen ins Haus stehen.

Was sind die Nachteile der offenen Selbstfinanzierung?

Einen wesentlichen Nachteil der offenen Selbstfinanzierung gibt es bei Aktiengesellschaften insbesondere für die Aktionäre. Diese erhalten nicht den vollen Gewinn in Form von Dividenden ausgeschüttet, sondern ein Teil wird thesauriert. Ausgeglichen wird dieser Nachteil im Prinzip nur dann, wenn die Gewinnrücklagen möglichst rentabel eingesetzt werden, damit der Aktionär zum Beispiel im nächsten Jahr eine umso höhere Dividende erhalten kann.

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