Finanzierungsformen

Was sind Finanzierungsformen? – Definition / Erklärung

Um Finanzierungsformen zu verstehen, muss zuerst klargestellt werden, was eine Finanzierung ist. Bei einer Finanzierung handelt es sich um eine Maßnahme zur Beschaffung und Rückzahlung von Kapital zur Leistungsverwendung und -erstellung. Neben der Investition und dem Zahlungsverkehr ist sie die dritte finanzwirtschaftliche Funktion eines Unternehmens. Einfacher ausgedrückt umfasst die Finanzierung alle Aktivitäten und Formen der Kapitalbeschaffung eines Unternehmens.

Für die Kapitalbeschaffung stehen allerdings unterschiedliche Finanzierungsformen zur Verfügung.

Welche Finanzierungsformen gibt es?

Grundsätzlich muss zuerst zwischen zwei Finanzierungsarten unterschieden werden: der Außenfinanzierung und der Innenfinanzierung. Diese sind wiederum in unterschiedliche Formen aufgeteilt.

Die Außenfinanzierung

Mit dem Begriff Außenfinanzierung wird die Bereitstellung von Kapital beschrieben, welches das Unternehmen von außen über den Kredit- oder Kapitalmarkt zur Verfügung gestellt bekommt. Hierzu zählen zum einen die Beteiligungsfinanzierung und zum anderen die Kreditfinanzierung. Abhängig ist die Unterscheidung davon, ob das Eigenkapital durch eine Kapitaleinzahlung oder bspw. Sacheinlagen erhöht wird oder, ob der Unternehmer das Kapital als Fremdkapital leihweise zur Verfügung gestellt bekommt.

Beteiligungsfinanzierung

Bei der Beteiligungsfinanzierung wird dem Unternehmen Eigenkapital von Außen zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug erhält der Geldgeber Anteile am Unternehmen.

Eigenfinanzierung

Hier geht es im Sinne der Außenfinanzierung um die Finanzierung von Investitionsvorhaben durch den/die Eigentümer. Eine weitere Möglichkeit weist bspw. die Aktiengesellschaft (AG) auf. Diese gibt Anteile des Unternehmens in Form von Aktien aus. Die Käufer der Aktien erwerben durch den Erwerb eine Eigentümerstellung, die sie durch die Anteile am Unternehmen kaufen. Auf diese Weise fließt von außen Geld in das Unternehmen.

Fremdfinanzierung

In diesem Fall erhält das Unternehmen Geld von „Fremden“, d.h. von externen Geldgebern. Die Kapital- bzw. Geldgeber werden dadurch zu Gläubigern des Unternehmens, da sie diesem Geld zur Verfügung gestellt haben. Auch hier besteht eine Rückzahlungspflicht des geliehenen Geldbetrages inklusive der anfallenden Zinsen. Zudem wird auch hier, wie bei der Kreditfinanzierung, das geliehene Kapital nur befristet zur Verfügung gestellt.

Die Innenfinanzierung

In diesem Fall kommt das Kapital direkt aus dem Unternehmen, wobei hier die Definitionen knapp und kurz gehalten werden:

  • Selbstfinanzierung
  • Finanzierung aus Rückstellungen
  • Finanzierung aus Abschreibungen
  • Kapitalfreisetzungseffekt
  • Finanzierung durch Rationalisierungsmaßnahmen
  • Finanzierung durch Kapitalfreisetzung
  • Vermögensumschichtung

Die einzelnen Finanzierungsformen werden durch verschiedene Kriterien unterschieden:

  • Herkunft der beschafften Mittel (Innen- bzw. Außenfinanzierung)
  • Finanzierungsanlass (Unternehmensgründung, Erweiterungsfinanzierung, Sanierung)
  • Kapitalbedarf (Objektfinanzierung, Finanzierung der Gesamtunternehmenstätigkeit)
  • Dauer der Finanzierung (kurz-, mittel- und langfristig)

Welche Finanzierungsform sollte gewählt werden?

Heutzutage kann sich ein Unternehmen keineswegs nur noch über seine Produkte und Mitarbeiter bzw. seinen Service und sein Markenimage definieren. Es steht immer mehr die Fähigkeit, sich schnell und effizient Kapital zu beschaffen zu können, im Mittelpunkt. Das hat durchaus seine Berechtigung, denn nur, wenn die Liquidität kurz- und auch langfristig abgesichert ist, kann ein Unternehmen im Vergleich bestehen. Aus diesem Grund ist die Frage der Wahl der Finanzierungsformen zu einer grundlegenden strategischen Überlegung innerhalb der Unternehmen geworden.