Zinsschwankungen

Zinsschwankungen spielen im Finanzbereich sowohl bei Krediten als auch bei Geldanlagen häufiger eine größere Rolle. Die Schwankungsbreite von Zinsen oder auch Kursen wird mit dem Fachbegriff Volatilität bezeichnet. Derartige Schwankungen gibt es beispielsweise bei den Kreditzinsen, den Anlagezinsen oder auch bei den Devisen- sowie Aktienkursen.

Volatilität als Maßstab für (Zins)-Schwankungen

Die Volatilität ist ein Maßstab, der bestimmte Schwankungen mit einem Wert wiedergibt. Aus dem Grund kann die Volatilität auch ein Maßstab für Zinsschwankungen sein, denn sie misst die Schwankungsanfälligkeit. Um diese zu ermitteln, werden im Rahmen der Volatilität auf Grundlage einer Standardabweichung sowie der Abweichung vom Durchschnittswert Berechnungen durchgeführt.

Zinsschwankungen im Finanzierungsbereich

Zinsschwankungen kommen im Finanzbereich insbesondere im Finanzierungs- sowie im Anlagebereich zum Tragen. Im Kreditbereich sind die weitaus meisten aufgenommenen Darlehen allerdings mit einem sogenannten Festzins ausgestattet. Dies bedeutet, dass die allgemeinen Kreditzinsen zwar schwanken können, der einzelne Kreditnehmer aber meistens nicht von diesen Zinsschwankungen betroffen ist. Dies resultiert daraus, dass für die gesamte Laufzeit des Darlehens oder zumindest für eine bestimmte Zinsfestschreibungsdauer die mit der Bank vereinbarten Zinsen nicht bis zur Fälligkeit des Darlehens verändert werden dürfen. Eine Ausnahme bilden lediglich sogenannte variabel verzinsliche Darlehen, denn bei diesen Krediten darf die Bank den Zinssatz jederzeit anpassen. Solche variabel verzinslichen Darlehen können demzufolge tatsächlich Zinsschwankungen unterlegen, die eine Auswirkung auf die Kosten für den Kreditnehmer haben.

Zinsschwankungen im Anlagebereich

Besonders deutlich sind mögliche Zinsschwankungen im Bereich der Geldanlage in den vergangenen Jahren geworden. Wer zum Beispiel vor fünf Jahren Geld auf einem Tages- oder Festgeldkonto angelegt hat, der hat zur damaligen Zeit einen deutlich höheren Zinssatz als aktuell erhalten. Allerdings sind die vergangenen Jahre weder durch Zinsschwankungen bekennt, sondern vielmehr durch einen stetigen Zinsverfall. Mit Schwankungen würden eher Bewegungen bezeichnet, die sowohl in die eine als auch in die andere Richtung gehen. Für die meisten Anleger sind Zinsschwankungen nicht erwünscht. Meistens wünschen sich die Investoren Zinssicherheit, denn dann können Sie mit einem festen Ertrag kalkulieren.

Zinsrisiken durch eine Zinsgarantie verhindern

Die meisten Akteure am Finanzmarkt, beispielsweise Kreditnehmer und Anleger, bringen Zinsschwankungen automatisch mit einem Zinsrisiko in Verbindung. So bestünde beispielsweise für den Kreditnehmer bei einem variabel verzinslichen Darlehen und am Markt auftretenden Zinsschwankungen das Risiko, dass die Zinsen steigen und somit auch sein Kredit teurer würde. Anleger stattdessen haben als Zinsrisiko vor allem möglicherweise sinkende Zinsen, denn dann würden sie mit ihrer Geldanlage eine geringere Rendite erzielen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, sich sowohl im Finanzierungs- als auch im Anlagebereich gegen Zinsrisiken in Form von Zinsschwankungen abzusichern.

Dies geschieht mit einer Zinsgarantie, die es sowohl im Anlage- als auch im Kreditbereich gibt. Die sicherlich bekannteste Zinsgarantie ist die Zinsfestschreibung, die Kreditinstitute bei Immobiliendarlehen anbieten. Hier haben Kreditnehmer dann die Möglichkeit, sich die vereinbarten Zinssätze beispielsweise für einen Zeitraum von 10 oder 20 Jahren garantieren zu lassen. Somit sind die Kreditnehmer in der Folge völlig unabhängig von eventuellen Zinsschwankungen am Markt, was den eigenen Kreditzins angeht. Zinsrisiken gibt es allerdings nicht nur auf Kundenseite, sondern natürlich ebenfalls für die Banken. Dies trifft immer dann zu, wenn Zinsgarantien vergeben wurden.