Zinsswap

Beim Zinsswap handelt es sich um ein Derivat, mit dem in aller Regel bestimmte Zinsgeschäfte abgesichert werden. Grundlage ist der Swap-Vertrag, bei dem sich die zwei Vertragsparteien auf einige Details ein, wie zum Beispiel Zeitpunkt von Zinszahlungen oder definierter Nennwert. Den Zinsswap gibt es in mehreren Varianten, beispielsweise als Währungs-Swap oder auch als Quanto-Swap.

Worum handelt es sich beim Zinsswap?

Der Zinsswap fällt in die Gruppe der sogenannten Derivate, genauer gesagt der Zinsderivate. Dabei besteht die Vereinbarung zwischen den beiden Vertragsparteien darin, dass zu festgelegten Zeitpunkten Zinszahlungen erfolgen, die sich auf ebenfalls definierte Nominalbeträge beziehen. Die meisten Zinsswaps beinhalten, dass eine der zwei Vertragsparteien einen festen Zinssatz zahlt, während der andere Beteiligte demgegenüber die Zahlung eines variablen Zinses zusagt. Dabei gibt es meistens einen sogenannten Referenzzinssatz als Grundlage für den variablen Zinssatz, der aus dem Interbankengeschäft stammt. Dabei kann es sich zum Beispiel um den EONIA handeln.

  • Bankkredite
  • Lieferantenkredite
  • Rückstellungen, wie zum Beispiel Pensionsrückstellungen
  • Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Wie funktioniert der Zinsswap?

Beim Zinsswap handelt es sich um ein Geschäft, welches außerhalb der Börse stattfindet. Daher gibt es in der Regel keine Normen, wie es bei anderen Derivaten der Fall ist, beispielsweise bei Optionen oder Futures. Trotzdem gibt es im Zusammenhang mit den Zinsswaps Standardverträge, die insbesondere aus dem Rahmenvertrag bestehen, der in der Regel von den Beteiligten auch genutzt wird. Aus Kostengründen funktionieren Zinsswaps normalerweise so, dass nicht alle zwei Zinszahlungen in voller Summe ausgetauscht werden, sondern stattdessen findet lediglich der Übertrag des Saldos statt, der sich aus der Differenz ergibt, die zwischen den zwei Zinszahlungen entsteht.

Welche Arten von Zinsswaps gibt es?

In der Praxis gibt es mehrere Arten von Zinsswaps, insbesondere:

  • Währungs-Swaps
  • Währungsreine Swaps
  • Nicht währungsreine Swaps
  • EONIA-Swap
  • Quanto-Swap
  • Plain Vanilla

Ein Währungs-Swap beinhaltet zum Beispiel, dass beide beteiligten Parteien mit einer unterschiedlichen Währung arbeiten. Dies bedeutet, dass zum Beispiel auf der einen Seite Zinszahlungen in Euro fließen, während die zweite Vertragspartei die Zinszahlungen zum Beispiel in Schweizer Franken vornimmt. Eine etwas seltenere Variante ist zum Beispiel der Quanto-Swap. In diesem Fall findet die Zahlung in lediglich einer Währung statt, allerdings basieren die Zinssätze aufgrund von Indizes wiederum aus abweichenden Währungen.

Welche Vorteile bietet ein Zinsswap?

Der wesentliche Grund dafür, dass Zinsswaps genutzt werden, besteht unter anderem darin, dass es auf diese Art und Weise Schuldnern möglich ist, den Zinssatz aus variabel verzinslichen Verbindlichkeiten zu fixieren. Auf diese Weise haben Schuldner die Option eine Absicherung gegen zukünftig steigende Zinsen vorzunehmen. Aber auch eine Absicherung gegen Zinssenkungen ist selbstverständlich möglich, sodass mit dem Zinsswap eine flexible Gestaltung realisiert werden kann. Darüber hinaus werden Zinsswaps ebenfalls häufiger genutzt, um Kredite mit einem festen Zinssatz variabel verzinsliche Darlehen zu wandeln.

Zinsswaps als Instrumente des Asset- und Liability-Managements

Auf der einen Seite zählen Zinsswaps zu den Termingeschäften, auf der anderen Seite fallen Sie in der Gruppe der Instrumente, die Teil des Asset- und Liability-Managements sind. Dabei wird unter der Voraussetzung von einem Liability-Swap gesprochen, falls ein Tausch von Zinszahlungen stattfinden sollte, die ihrerseits aus Verbindlichkeiten entstehen. Gegenpart ist der sogenannte Asset-Swap. Dieser resultiert aus Kapitalanlagen, die ebenfalls mit Zinszahlungen verbunden sind. Auf diese Weise können Zinszahlungen faktisch getauscht werden, ohne dass ein Geldfluss der jeweiligen grundlegenden Summe stattfindet.