Nostrokonto

Die Bezeichnung Nostrokonto stammt zum Teil aus dem Italienischen, denn das Wort „nostro“ bedeutet ins Deutsche übersetzt „unser“. Bei einem Nostrokonto handelt es sich um ein Bankkonto, welches von einer Bank für eine andere Bank geführt wird, wobei das kontoführende Institut als Korrespondenzbank fungiert.

Wie stellt sich die Konstruktion beim Nostrokonto dar?

Auf den ersten Blick ist es nicht immer einfach zu verstehen, wie ein Nostrokonto funktioniert bzw. wie sich die Struktur der beteiligten Banken darstellt. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich beim Nostrokonto um ein Konto der Bank A, welches von der Bank B für diese Bank A geführt wird. Daher übernimmt die Bank B die Funktion einer Korrespondenzbank. Wenn man dieses Konto aus der gegenteiligen Sicht beschreiben möchte, nämlich aus der Sicht der Bank B, würde es sich nicht um ein Nostrokonto, sondern um ein Lorokonto handeln, nämlich dass der Bank A. In der Praxis ist die Korrespondenzbank in aller Regel ein Institut, welches sich im Ausland befindet und das mit der im Inland ansässigen Bank eine Geschäftsbeziehung Unterhalt.

Wozu dient das Nostrokonto?

Das Nostrokonto wird in aller Regel genutzt, um bestimmte Verrechnungen bzw. Buchungen innerhalb des Zahlungsverkehrs abzuwickeln. Darüber hinaus findet das Nostrokonto auch dann seine Anwendung, wenn im Rahmen des sogenannten Interbankenverkehrs kurzfristige Geldanlagen getätigt werden sollen. Zwischen Nostro- und Lorokonto besteht eine enge Beziehung, denn beide Konten werden auf gleiche Art und Weise geführt und sogar aufeinander abgestimmt. Dies bedeutet, dass vom kontoführenden Bankinstitut alle Buchungen übernommen werden.

Wie finden die Buchungen auf dem Nostrokonto statt?

Wenn man verstehen möchte, wie die Buchungen auf dem Nostrokonto funktionieren, sollte man immer im Hinterkopf haben, dass das Lorokonto quasi als Gegenkonto immer mitgeführt wird. Dies bedeutet, dass zum Beispiel definitorische Buchungen auf dem Nostrokonto gleichermaßen als kreditorische Salden auf dem Lorokonto ausgewiesen werden. Andersherum funktioniert die Buchung auf die gleiche Art und Weise.

Schaut man sich das Nostrokonto aus betriebswirtschaftlicher Sicht an, so ist es – genau wie das Lorokonto – im Zuge des Rechnungswesens in die Kategorie Nebenbücher einzuordnen. Buchhalterisch ist ebenfalls von großer Bedeutung, dass die Salden der zwei Konten, also des Loro- und des Nostrokontos, bei den zwei beteiligten Banken die Basis für das Sachkonto bilden, welches die Bezeichnung Bankenkorrent (BKK) trägt. Dieses BKK Konto zählt zum Hauptbuch der jeweiligen Bank, welches wiederum sämtliche Buchungen umfasst.

Nostrokonto nicht nur im Ausland im Einsatz

In den meisten Fällen kommen Nostrokonten zwar im Bereich des internationalen Bankenverkehrs zum Einsatz, dies muss allerdings nicht zwangsläufig der Fall sein. So gibt es auch im Inland einige Geschäftsverbindungen, welche das Nutzen eines Nostro- und Lorokontos notwendig machen. Daher kann es sich beispielsweise um die Geschäftsverbindung zwischen Banken und Sparkassen handeln, die im Inland ansässig sind. Besonders beachtenswert sind die Abstimmungen zwischen dem Nostro- und dem Lorokonto dann, wenn das Konto in einer Fremdwährung geführt wird. Dann müssen nämlich zum einen Kursschwankungen und zum anderen Wechselkursgebühren differenziert und zahlenmäßig abgestimmt werden.