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Null-Prozent-Finanzierung

Bei Krediten ist es üblich, dass der Darlehensnehmer Zinsen für die Überlassung des Geldes an den Kreditgeber zahlt. Eine Ausnahme stellt jedoch die sogenannte Null-Prozent-Finanzierung dar. In diesem Fall verlangt der Kreditgeber keine Zinsen, sodass sich der Zinssatz faktisch auf 0,00 Prozent beläuft.

Worum handelt es sich bei der Null-Prozent-Finanzierung?

Charakteristisch für eine Null-Prozent-Finanzierung ist immer, dass der Kreditgeber dem Kreditnehmer keine Zinsen in Rechnung stellt. Der Zinssatz beläuft sich somit auf 0,00 Prozent, sodass der Kredit für den Darlehensnehmer kostenfrei ist. In der aktuellen Niedrigzinsphase, die mittlerweile seit mehreren Jahren anhält, finden sich solche Null-Prozent-Finanzierungen vermehrt vor. Die monatliche Darlehensrate besteht bei einer solchen Finanzierung demzufolge ausschließlich aus der Tilgung, da keine Zinsen zu zahlen sind.

Wer bietet eine Null-Prozent-Finanzierung an?

Bei Banken findet sich eine Null-Prozent-Finanzierung relativ selten, weil deren Geschäfte darin bestehen, für verliehenes Geld Zinsen zu vereinnahmen. Daher finden sich die Anbieter einer Null-Prozent-Finanzierung vor allem bei Händlern und sonstige Unternehmen, für welche die Kreditvergabe nicht das Hauptgeschäft darstellt. Aus diesem Grund treten Angebote aus der Sparte Null-Prozent-Finanzierung insbesondere bei den folgenden Unternehmen häufiger auf:

  • Automobilhändler (Autohäuser)
  • Größere Online-Händler
  • Möbelhäuser
  • Elektronikmärkte

Im Grunde dient die Null-Prozent-Finanzierung bei all den genannten und weiteren Unternehmen dazu, dem Kunden den Erwerb der Ware und die damit verbundene Finanzierung schmackhaft zu machen. Die Unternehmen setzt also darauf, dass der Kunde schneller und gezielter zum Kauf eines Artikels bewegt werden kann, wenn er diesen kostenfrei finanzieren darf. Aus diesem Grund findet die Null-Prozent-Finanzierung häufig in Kombination mit dem Erwerb von Konsumgütern statt.

Null-Prozent-Finanzierung mitunter ebenso bei Banken

Manche Kreditinstitute stellen ebenfalls eine Null-Prozent-Finanzierung zur Verfügung. Allerdings finden sich solche Angebote ausschließlich innerhalb der Niedrigzinsphase und auch dann nur relativ selten. Zwar gibt es einige Kreditinstitute, die sogar noch einen Schritt weitergehen und einen Kredit mit sogenannten Minuszinsen veranschlagen. Meistens gibt es allerdings deutliche Einschränkungen, auch bezüglich der Null-Prozent-Finanzierung. Zudem handelt es sich fast immer um zeitlich sehr befristete Sonderangebote, mit denen die Bank neue Kunden anlocken möchte.

Was gibt es bei der Null-Prozent-Finanzierung zu beachten?

Zunächst einmal ist die Null-Prozent-Finanzierung für den Kunden natürlich eine sehr günstige Finanzierungsmöglichkeit, da keine sonst üblichen Kreditzinsen zu zahlen sind. Dennoch sollte stets auf einige Aspekte geachtet werden, denn der Wegfall der Zinsen wird manchmal durch andere Kosten versucht auszugleichen. Somit kommt es nicht selten vor, dass zwar eine Kreditvergabe zu einem Zins von 0,00 Prozent stattfindet, stattdessen aber eine der folgenden anderen Kosten in Verbindung mit dem Angebot auftreten:

  • Bearbeitungsgebühren
  • Kosten für eine Kreditversicherung
  • Kontoführungsgebühren

Sollte eine Bank oder ein Händler also eine Null-Prozent-Finanzierung offerieren, sollten Sie stets prüfen, ob nicht stattdessen anderweitige Kosten auftreten, die bei alternativen Kreditangeboten nicht zum Tragen kommen.

Null-Prozent-Finanzierung als Kredit mit Festzins

In der überwiegende Mehrheit aller Fälle handelt es sich bei der Null-Prozent-Finanzierung um einen Kredit oder um eine Ratenzahlungsvereinbarung, die mit einem Festzins versehen ist. Der Zinssatz beträgt demnach über die gesamte Rückzahlungsdauer hinweg 0,00 Prozent. Nur in seltenen Fällen handelt es sich stattdessen bei der Null-Prozent-Finanzierung um ein Finanzierungsangebot mit variablen Zinsen. In diesem Fall hätte der Kreditgeber die Möglichkeit, während der Laufzeit doch noch Zinsen zu erheben. Aus dem Grund sollten Kreditnehmer darauf achten, ob die Null-Prozent-Finanzierung tatsächlich für den gesamten Zeitraum der Rückzahlung im Hinblick auf die Zinsen kostenfrei ist.

Gibt es Nachteile bei der Null-Prozent-Finanzierung?

Dem Anschein nach hat eine Null-Prozent-Finanzierung ausschließlich Vorteile, denn immerhin erhält der Kreditnehmer ein Darlehen kostenfrei. Abgesehen von den möglichen anderweitigen Gebühren ist es im Hinblick auf die rechtliche Konstruktion manchmal allerdings nachteilig, sich für eine solche kostenfreie Finanzierung zu entscheiden. Dabei kommt es vor allem darauf an, ob eine rechtliche Verbindung zwischen der Finanzierung und dem Kauf des Konsumgutes besteht. Möchte der Käufer nämlich beispielsweise aufgrund eines Defektes oder aufgrund von Mängeln den gekauften Sachwert zurückgeben, kann es passieren, dass die Finanzierung dennoch bestehen bleibt. Hieraus ergeben sich manchmal relativ knifflige Konstruktionen, sodass die Null-Prozent-Finanzierung in dieser Hinsicht durchaus zum Nachteil werden könnte.

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