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Unternehmensanleihe

An den Finanzmärkten gibt es zahlreiche Anleihen, die sowohl von unterschiedlichen Emittenten stammen als auch abweichende Konstruktionen haben. So emittieren beispielsweise Staaten häufig Rentenpapiere, um so Kapital einzusammeln. Diese Wertpapiere werden dann als Staatsanleihen bezeichnet. Eine andere große Gattung festverzinslicher Wertpapiere sind die sogenannten Unternehmensanleihen, die häufig auch als Industrieanleihen bezeichnet werden.
In unserem Beitrag erfahren Sie, worum es sich bei Industrie- bzw. Unternehmensanleihen handelt und welche Eigenschaften diese besitzen. Ferner gehen wir unter anderem darauf ein, welche Chancen und Risiken solche Rentenpapiere beinhalten, warum sie ausgegeben werden und was es sonst zu diesem Thema Wissenswertes gibt.

Was sind Unternehmensanleihen?

Als Unternehmensanleihen werden solche Rentenpapiere bezeichnet, die von privatwirtschaftlichen Firmen, als von Unternehmen, ausgegeben werden. Häufig wird alternativ auch die Bezeichnung Industrieanleihen genutzt, weil – insbesondere in früheren Zeiten – vorwiegend größere Gesellschaften aus dem Bereich Industrie und Fertigung solche Anleihen zur Kapitalbeschaffung emittiert haben. Heutzutage sind es auch Gesellschaften aus anderen Branchen, die versuchen, sich über die Ausgabe der verzinslichen Rentenpapiere frisches Kapital am Markt zu besorgen. Das ist gleichzeitig auch der Hauptzweck einer jeden Unternehmensanleihe aus Sicht des Emittenten, nämlich Kapital einzusammeln, mit dem zum Beispiel Investitionen finanziert werden können.

Aufgrund der durchaus strengen Richtlinien und Anforderungen, ebenso einem höheren Kostenaufwand, werden Unternehmensanleihen fast ausschließlich von großen Gesellschaften emittiert. Für kleinere und mittelständische Firmen kommt diese Finanzierungsmaßnahme oft nicht infrage. Kennzeichnend für nahezu alle Unternehmensanleihen ist ferner, dass diese mit einem – meistens festen – Zinszins ausgestattet sind. Wie hoch dieser ist, hängt unter anderem maßgeblich von der Bonität des jeweiligen Unternehmens ab. So finden sich an den Märkten Unternehmensanleihen genauso mit einem Zins von 2 % wie andere Rentenpapiere, die vielleicht sogar einen jährlichen Zinssatz von 7 % verbriefen.

Emittentenrisiko als Gefahr bei Unternehmensanleihen

Für Anleger ist es wichtig zu wissen, dass das Emittentenrisiko die größte Gefahr bei Unternehmensanleihen darstellt. Sollte die entsprechende Gesellschaft nämlich insolvent werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass Anleger einen Großteil ihres Kapitals oder sogar die gesamte Investitionssumme verlieren. Der Grund besteht im Wesentlichen darin, dass Sie als Inhaber einer Unternehmensanleihe den Status eines Gläubigers haben und bei einer möglichen Insolvenz dementsprechend zusammen mit vielen anderen Gläubigern befriedigt werden müssen.

Hinzu kommt, dass die Unternehmensanleihen nicht – wie zum Beispiel Tages- oder Festgelder – in den Bereich der Einlagensicherung feilen. Wie groß das Emittentenrisiko im Detail ist, lässt sich sehr gut am Rating zu der entsprechenden Gesellschaft ablesen. Das Rating, also die Bewertung der Bonität von Emittenten, wird von Rating-Agenturen durchgeführt. Zu den bekanntesten und größten rund um den Globus gehören:

  • Standard & Poor’s
  • Moody’s
  • Fitch

An einer Bewertung können Sie auch zu Unternehmensanleihen ablesen, wie es mit der Kreditwürdigkeit der einzelnen Gesellschaft bestellt ist. Meistens hängen Bonität und Zinssatz zusammen, sodass zum Beispiel Unternehmen mit einer sehr guten Kreditwürdigkeit relativ geringe Zinsen zahlen, während Gesellschaften mit eher mittlerer oder schlechten Bonität schon allein deshalb einen deutlich höheren Zinssatz zahlen müssen, damit sich Anleger überhaupt für das Investment interessieren. Das Kursrisiko bei Unternehmensanleihen ist nur dann relevant, wenn Sie die Wertpapiere vorzeitig an der Börse verkaufen möchten. Am Laufzeitende werden nämlich auf Unternehmensanleihen für gewöhnlich zu einem Kurs von 100 Prozent zurückgezahlt.

Große Spannweite bei den Renditen von Unternehmensanleihen

Kennzeichnend für die am Markt handelbaren Unternehmensanleihen ist auch, dass die Renditen zwischen den einzelnen Rentenpapieren erheblich voneinander abweichen können. Der Grund ist, dass der veranschlagte Zinssatz stark von der Kreditwürdigkeit des Unternehmens abhängt. Wenn zum Beispiel Gesellschaften wie die Allianz eine hohe Kreditwürdigkeit aufweisen, muss diese Gesellschaft natürlich einen geringeren Zins zahlen, damit sich Anleger für ein Investment interessieren, als wenn es sich um ein eher unbekanntes, kleineres Unternehmen, vielleicht noch aus dem Ausland, handelt. Mit einem höheren Zins versuchen die jeweiligen Gesellschaften also, Anleger anzulocken und für das Investment zu interessieren. Dementsprechend gibt es weite Range von Zinssätzen, die bei einem Prozent anfangen und teilweise im zweistelligen Bereich enden können.

Warum werden Unternehmensanleihen ausgegeben?

Der wesentliche Sinn und Zweck der Ausgabe von Unternehmensanleihen besteht darin, dass die entsprechenden Gesellschaften durch die Maßnahme Kapital beschaffen können. Dies wird zum Beispiel benötigt, um folgende Aktionen durchzuführen:

  • Investitionen
  • Übernahme anderer Gesellschaften
  • Feindliche Übernahme abwehren durch weiteres Kapital
  • Schuldenabbau bei Banken
  • Sonstige Anlässe

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