Bonität

Die Bonität ist sowohl im Anlage- als auch im Finanzierungsbereich von großer Bedeutung. Bei Geldanlagen orientieren sich Anleger zum Beispiel daran, wie der Emittent bewertet wird, beispielsweise wenn Anleihen ausgegeben werden. Im Finanzierungsbereich hingegen spielt die Bonität für die Banken eine große Rolle, wenn es darum geht, ob der Kredit genehmigt oder abgelehnt wird.

Worum handelt es sich bei der Bonität?

Der Fachbegriff Bonität ist eine andere Bezeichnung für die Kreditwürdigkeit. Wer eine gute Bonität aufweisen kann, der ist kreditwürdig und es „wert“, dass man ihm fremde Gelder anvertraut. Bei einer guten Bonität einer Person oder eines Unternehmens ist die Chance also groß, dass verliehenes Kapital auch wieder zurückfließt. Sowohl bei der Geldanlage als auch bei Krediten werden die jeweiligen Empfänger des Kapitals oftmals einer bestimmten Bonitätsklasse zugeordnet.

Die Bonität bei der Kapitalanlage

Bei der Geld- und Kapitalanlage ist es so, dass Anleger Geld investieren, also anders ausgedrückt ihr Kapital verleihen. Wer zum Beispiel eine Anleihe erwirbt, der leiht gleichsam dem Emittenten sein Geld, welches dieser relativ frei verwenden kann. Daher ist es auch für Anleger interessant und wichtig, die Kreditwürdigkeit des Emittenten zu kennen. Eine gute Hilfe ist hier das Rating, welches von Agenturen wie Standard & Poors durchgeführt wird. Die Rating-Agenturen bewerten die Emittenten hinsichtlich ihrer Bonität und geben dann eine Bewertung ab. Diese ist für den Anleger leicht abzulesen, wenn man die Bedeutung kennt. Bei Anleihe-Emittenten ist zum Beispiel das Rating „AAA“ die Bestnote und spricht für eine sehr gute Bonität des Emittenten.

Die Bonität im Kreditbereich

Auch im Kreditbereich gibt es immer einen Schuldner und einen Gläubiger, wie bei der zuvor beschriebenen Geldanlage. Bei einer Finanzierung verleiht die Bank das Geld anderer Kunden und ist daher besonders verpflichtet zu prüfen, ob der Darlehensnehmer voraussichtlich in der Lage sein wird, die Kreditraten zu zahlen. Ohne Prüfung der Kreditwürdigkeit wird kein Kreditgeber Geld verleihen. Die Bonität zu beurteilen, ist nicht immer einfach, aber dennoch haben die Banken natürlich ihre Standard-Optionen. So wird beispielsweise eine nicht negative Schufa positiv gewertet, ebenso ein regelmäßiges Einkommen aus einer abhängigen Beschäftigung in Vollzeit. Wer hingegen einen negativen Eintrag in der Schufa hat und/oder nur ein geringes Einkommen erzielt, der hat aus Sicht der Banken oftmals keine ausreichende Kreditwürdigkeit.

Schufa als Auskunftei zur Bewertung der Bonität

Viele Unternehmen und Personen, für die es wichtig ist, die Kreditwürdigkeit einer anderen natürlichen Person zu bewerten, bedienen sich der Schufa. Das gilt insbesondere für Banken, Bausparkassen, Versicherungsgesellschaften oder auch für Telekommunikationsunternehmen. Der Schufa-Score ermöglicht es in der Regel auf einen Blick zu erkennen, wie die Bonität einzuschätzen ist. Die Schufa ermittelt einen Score, der wiederum auf diversen Daten beruht und vor allem positive und negative Merkmale einbezieht. Zu den negativen Schufa-Merkmalen, die dazu führen, dass die betreffende Person aus Sicht der Banken eine schlechte Bonität aufweist, gehören vor allem:

  • Haftbefehl
  • Privatinsolvenz
  • Eidesstattliche Versicherung
  • Vollstreckungsbescheid
  • Mahnbescheid

Trotz dieser objektiven Daten und Zahlen ist die Bonität nicht allgemeingültig und vor allem mitunter doch subjektiv. Der Mahnbescheid ist ein gutes Beispiel. Dieser kann zum Beispiel daraus resultieren, dass eine Person seine Steuern nicht zahlt und daher vom Finanzamt einen Mahn- oder sogar Vollstreckungsbescheid erhalten hat. Ein Mahnbescheid kann jedoch zum Beispiel auch deshalb in der Schufa gespeichert sein, weil der Betroffene einen Strafzettel fürs falsche Parken standhaft nicht zahlen will. Dies jedoch hat im Grunde nichts mit der Kreditwürdigkeit zu tun, aber dennoch gilt diese Person dann oft als nicht kreditwürdig.