Zinsgünstige Fördermittel der KfW für Ihr Unternehmen Mehr erfahren

Freie Marktwirtschaft

Rund um den Globus gibt es mehrere Wirtschaftsformen, zu denen neben der sozialen Marktwirtschaft und der Planwirtschaft auch die freie Marktwirtschaft gehört. Charakteristisch für diese Wirtschaftsform ist, dass der Staat sich möglichst aus dem Wirtschaftsgeschehen heraushält und nur minimal eingreift.

Worum handelt es sich bei der freien Marktwirtschaft?

Die freie Marktwirtschaft ist eine Wirtschaftsform, die streng genommen allerdings in ihrer wirklich ausgeprägten Form nur in der Theorie funktionieren kann. Kennzeichnend ist unter anderem, dass der gesamte Markt bzw. die Volkswirtschaft ausschließlich auf der Grundlage von Angebot und Nachfrage funktionieren. Es handelt sich bei der freien Marktwirtschaft allerdings eher um eine fiktive Idee, zumindest unter der Voraussetzung, dass sich der Staat in keinster Weise jemals in die Wirtschaft einmischen darf.

In der Praxis findet sich diese „strenge“ freie Marktwirtschaft allerdings nirgendwo rund um den Globus. Zumindest in kleinerem Umfang müssen Staaten immer wieder eingreifen, um beispielsweise Monopole zu verhindern oder für die Sicherheit bestimmter Güter und deren Produktion sowie Verteilung zu sorgen. Dennoch ist das Maß der Selbstverantwortung der Wirtschaftsteilnehmer bei der freien Marktwirtschaft besonders hoch.

Was ist die Grundlage der freien Marktwirtschaft?

Die Idee der freien Marktwirtschaft geht bereits auf die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Entwickelt wurde das Konzept in Großbritannien, nämlich im Zusammenhang mit der beginnenden Industrialisierung. Bekannte Vertreter des Konzepts der freien Marktwirtschaft waren unter anderem John Locke und Adam Smith. Vor allem Letztgenannter wird noch heute eng in Verbindung mit der freien Marktwirtschaft gebracht. Das ist unter anderem auf sein weltbekanntes Werk „Der Wohlstand der Nationen“ zurückzuführen. Dies beinhaltet vor allem, dass der Leistungsgedanke das zentrale Element einer Wirtschaft sein sollte. Zugleich zeigt er auf, dass es zwar einen Staat geben muss, dieser aber im Wirtschaftsbereich nur minimal eingreifen sollte.

Welche Merkmale hat die freie Marktwirtschaft?

Die freie Marktwirtschaft basiert auf einigen Merkmalen und beinhaltet den Gedanken des Wirtschaftsliberalismus. Ein Hauptmerkmal besteht darin, dass die Eigeninteressen der Individuen im Vordergrund stehen, die sich allerdings in der Summe positiv auf das Gemeinwohl und somit die gesamte Wirtschaft auswirken. Kennzeichnend für dezentrale Märkte, die wiederum charakteristisch für die freie Marktwirtschaft sind, sind vor allem die folgenden Eckpunkte:

  • Gewerbe– und Vertragsfreiheit
  • Offene und zugängliche Märkte
  • Freie Berufswahl
  • Freie Bildung der Preise
  • Produktionsmittel befinden sich in Privatbesitz
  • Investitions- und Konsumfreiheit

Der Staat hat im Bereich der freien Marktwirtschaft als sogenannte Minimalstaat nur die Aufgabe, für das grundsätzliche Funktionieren des Rechtssystems, die Gewährleistung von Eigentumsrechten und für die Bereitstellung eines Zahlungsmittels bzw. einer Währung zu sorgen. Ferner soll er Schutz für Unternehmen und Haushalte bieten sowie die Infrastruktur einrichten.

Wie ist die freie Marktwirtschaft aufgebaut?

Jede Wirtschaftsordnung, so auch die freie Marktwirtschaft, basiert auf drei Merkmalen, nämlich:

  • Eigentumsordnung
  • Koordinationsmechanismus
  • Ordnungsfunktion des Staates

Kennzeichnend für die freie Marktwirtschaft ist zunächst, dass sich die Produktionsfaktoren im Eigentum der Wirtschaftsteilnehmer befinden, nämlich durch Privateigentum.

Unter den Koordinationsmechanismus fällt, dass sämtliche Güter und Dienstleistungen hinsichtlich ihrer Herstellung für den Markt zentral koordiniert werden. Ebenfalls dazu gehört, dass die Marktteilnehmer im Rahmen des Wettbewerbs nach Gewinn streben. Der Preis hat im Zuge des Koordinationsmechanismus in der freien Marktwirtschaft drei Merkmale, nämlich die Lenkungs-, Informations- und Sanktionsfunktion.

Die Ordnungsfunktion des Staates besteht in der freien Marktwirtschaft darin, für Sicherheit und Infrastruktur zu sorgen sowie Eigentums- und Vertragsrechte zu gewährleisten.

Welche Vor- und Nachteile hat die freie Marktwirtschaft?

Jedes Wirtschaftssystem, so auch die freie Marktwirtschaft, haben in ihrer Anwendung sowohl Vor- als auch Nachteile. Daher möchten wir im Folgenden die Vorzüge und nachteiligen Eigenschaften der freien Marktwirtschaft aufführen:

Vorteile

+ Freie Entfaltung der Persönlichkeit

+ Freie Berufswahl und Wahl des Arbeitsplatzes

+ Umfangreiches Angebot von Gütern und Dienstleistungen

+ Höchstleistungen in der Wirtschaft durch Gewinnanreize

+ Käufermarkt, das der Käufer letztendlich über Angebote von Gütern und Dienstleistungen entscheidet

+ Privateigentum ist frei verfügbar

Nachteile

– Es treten Konjunkturschwankungen auf

– Häufig fehlende soziale Absicherung

– Angebot an öffentlichen Gütern relativ gering

– Arbeitslosigkeit als Risiko

– Gefahr der Monopolisierung oder Wettbewerbsbeschränkung

Welche Länder haben die freie Marktwirtschaft?

Es gibt kein Land auf der Erde, welche die freie Marktwirtschaft tatsächlich in Reinkultur ohne jeglichen Eingriff des Staates haben. Dennoch stehen insbesondere die Vereinigten Staaten sinnbildlich für diese Wirtschaftsform, denn dort herrscht die freie Marktwirtschaft vor. Darüber hinaus sind es insbesondere die folgenden Staaten, die ebenfalls als führend beim Wirtschaftssystem der freien Marktwirtschaft angesehen werden:

  • Hongkong
  • Neuseeland
  • Australien
  • Kanada
  • Schweiz
  • Irland

In Deutschland herrscht übrigens das System der sozialen Marktwirtschaft vor, in dem der Staat deutlich mehr Funktionen als in der freien Marktwirtschaft übernimmt.

Der COMPEON Finanzblog

Alles für Unternehmer rund um die Themen Finanzierung, Mittelstand und Digitalisierung. Bleiben Sie mit uns immer informiert!

Jetzt ansehen