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Konjunktur

Bei der Konjunktur handelt es sich zwar um einen Fachbegriff, den jedoch die meisten Menschen schon einmal gehört haben. Viele wissen dennoch nicht, was mit der Konjunktur eigentlich gemeint ist, worum es sich bei Konjunkturphasen handelt und warum die konjunkturelle Entwicklung für jede Wirtschaft von großer Bedeutung ist. Auf diese und andere Punkte gehen wir deshalb in unserem folgenden Beitrag näher ein.

Was ist die Konjunktur?

Der Begriff Konjunktur ist eine andere Bezeichnung für die gesamtwirtschaftliche Lage eines Landes oder auch eines Wirtschaftsraums. In Verbindung mit der Konjunktur stehen die sogenannten Konjunkturschwankungen, denn eine Wirtschaft verläuft in sehr seltenen Fällen immer gleichmäßig in die eine oder andere Richtung. Wenn umgangssprachlich von der Konjunktur gesprochen wird, dann ist damit in erster Linie die Wirtschaftsentwicklung gemeint. Dahinter stehen allerdings unzählige Faktoren und Mechanismen, die zu berücksichtigen sind. Die Konjunktur ist ferner ein wichtiger Maßstab, beispielsweise für die Politik und die Zentralbanken, wenn es um die Entscheidung geht, ob bestimmte Maßnahmen ergriffen werden müssen oder nicht.

Was ist der Konjunkturzyklus?

In Verbindung mit der Konjunktur steht der sogenannte Konjunkturzyklus. Dazu muss man wissen, dass nahezu jede Konjunktur in verschiedenen Phasen verläuft, die dementsprechend als Konjunkturphasen bezeichnet werden und in der Summe den Konjunkturzyklus ergeben. Meistens wird in der Wirtschaftswissenschaft von vier unterschiedlichen Konjunkturphasen gesprochen, nämlich:

  • Aufschwung
  • Boom (Hochkonjunktur)
  • Abschwung (Rezession)
  • Tiefphase (Depression)

Der gewöhnliche Verlauf der Konjunktur sieht also so aus, dass es zunächst einen Aufschwung gibt, der in einem Boom seine Spitze findet. Anschließend gibt es einen Abschwung, der wiederum in der Depression sein Ende findet. Von dort an beginnt der Konjunkturzyklus wieder von Neuem.

Was sind die Indikatoren für die Konjunktur?

Wie eingangs erwähnt, ist die konjunkturelle Entwicklung ein wichtiger Maßstab für bestimmte Aktivitäten, die von den Zentralbanken oder der Politik durchgeführt werden müssen. Zu diesem Zweck gibt es die sogenannten Konjunkturindikatoren. Es handelt sich dabei um Daten und Kennzahlen, die als wesentliche Aufgabe haben, möglichst auf einen Blick die aktuelle, konjunkturelle Situation zu erkennen. Dabei werden die unterschiedlichen Indikatoren in die folgenden drei Gruppen eingeteilt:

  • Frühindikatoren
  • Gegenwartindikatoren
  • Spätindikatoren

Die wesentliche Eigenschaft der jeweiligen Indikatoren lässt sich im Prinzip schon am Namen erkennen. Besonders interessant sind Frühindikatoren, denn sie geben relativ frühzeitig Anhaltspunkte dafür, wie die konjunkturelle Entwicklung in den nächsten Wochen und Monaten verlaufen könnte. Deutlich handfester und verlässlicher sind die sogenannten Gegenwartindikatoren, wie zum Beispiel das Bruttoinlandsprodukt. Daran lassen sich aktuell Entwicklung sehr gut ablesen, sodass diese Indikatoren bestens dafür geeignet sind, um über entsprechende Maßnahmen zu entscheiden.

Inflationsrate als Gradmesser für die konjunkturelle Entwicklung

Ein äußerst wichtiger Maßstab, an dem sich die aktuelle Konjunktur sehr gut ablesen lässt, ist die Inflationsrate. Diese wird häufig auch als Preissteigerungsrate bezeichnet. Gebildet wird die Inflationsrate auf Basis eines sogenannten Warenkorbes. Darin befinden sich mehrere Tausend Güter und Dienstleistungen mit ihren entsprechenden Durchschnittspreisen. Anhand des Gesamtwertes dieses Warenkorbes kann sehr gut abgelesen werden, ob und in welchem Umfang die durchschnittlichen Preise, zum Beispiel in Deutschland, steigen oder fallen. Dementsprechend lässt sich anhand der Preissteigerungsrate die Inflation ablesen, also die Inflationsrate bilden.

Normalerweise gibt es eine bestimmte Verbindung zwischen den Konjunkturphasen und der Inflationsrate. So ist es zum Beispiel für einen deutlichen Aufschwung vollkommen unüblich, dass die Inflationsrate steigt bzw. angestiegen ist. Eine Depression hingegen kennzeichnet sich meistens durch eine sehr niedrige Inflationsrate. Entgegen der weit verbreiteten Meinung kann eine echte und langfristige Depression für die Wirtschaft gravierendere Folgen als eine starke Inflation haben, auch wenn diese sich natürlich besonders negativ auf den Wert des Geldes auswirkt.

Wie lässt sich die Konjunktur beeinflussen?

Sowohl Zentralbanken als auch die Politik haben verschiedene Möglichkeiten, um die Konjunktur auf die eine oder andere Art zu beeinflussen. Deutlich wird dies zum Beispiel in der momentanen Niedrigzinsphase, die schon seit Jahren vorherrscht und eine schwache konjunkturelle Entwicklung als Grundlage hat. In diesem Fall versucht zum Beispiel die Europäische Zentralbank durch Zinssenkungen und Anleihenkäufe mehr Geld an den Markt zu bringen, sodass dieses günstiger wird und Banken beispielsweise vermehrt Kredit vergeben. Durch verstärkten Konsum und Investitionen soll die Konjunktur letztendlich angeschoben werden. Die gegenteiligen Maßnahmen müsste die Zentralbank ergreifen, falls sich die Inflationsrate auf einem höheren Niveau befindet, denn dann müsste die Konjunktur in gewissem Sinne gebremst werden.

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