Tageskredit

Der Fachbegriff Tageskredit klingt zunächst einmal eher wie eine Mischung aus Tagesgeld und Kredit. Tatsächlich besteht die wesentliche Eigenschaft des Tageskredites darin, dass es sich auf jeden Fall um einen sehr kurzfristigen Kredit handelt, der in der Regel auch nur für einen sehr kurzen Zeitraum, nicht selten für einen Tag, vergeben wird. Allerdings handelt es sich nicht um einen klassischen Kredit an Privatkunden, wie es bei zahlreichen anderen Darlehensarten der Fall ist.

Worum handelt es sich beim Tageskredit?

Der Tageskredit wird in der Praxis mittlerweile fast ausschließlich von Händlern an der Börse in Anspruch genommen. In dieser Sparte ist diese Kreditvariante auch als Börsenkredit, Tagesdarlehen oder als Aktienkredit bekannt. Aus diesem Grund können interessierte Kreditnehmer als Privatperson den Tageskredit nicht bei einer Bank aufnehmen, wie es bei zahlreichen anderen Darlehen der Fall ist, insbesondere beim Ratenkredit oder auch bei Immobiliendarlehen. Stattdessen sind es nahezu ausschließlich Börsenmakler, die mit einem Tageskredit arbeiten.

Was beinhaltet der Tageskredit und wie funktioniert er?

Beim Tageskredit leihen sich Börsenmakler und Händler kurzfristig und ebenfalls für einen sehr kurzen Zeitraum Geld, um davon zum Beispiel Aktien oder andere Wertpapiere kurzfristig kaufen zu können. Meistens wird der Tageskredit tatsächlich bereits am nächsten Tag zurückgezahlt, nämlich nach dem die zuvor gekauften Wertpapiere wieder veräußert wurden. Ohnehin werden die gekauften Wertpapiere als Sicherheit für den Tageskredit genutzt, die vom Kreditgeber entgegengenommen wird. Der Tageskredit muss nicht zwingend nur über einen Tag vergeben werden, sondern manchmal sind es auch mehrere Tage, für die das Darlehen in Anspruch genommen werden soll.

Die Wertpapiere als Sicherheit beim Tageskredit

Wie zuvor bereits kurz erwähnt, handelt es sich beim Tageskredit in der Regel gleichzeitig um ein besichertes Darlehen. Da von der zur Verfügung gestellten Kreditsumme fast immer Wertpapiere gekauft werden, werden diese als Sicherheit vom Kreditgeber in Anspruch genommen. Da der Tageskredit sehr kurz in seiner Laufzeit ist, fallen in aller Regel nur geringe Gebühren und Zinsen an.

Wer vergibt Tageskredite?

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich beim Tagesgeld nicht um ein gewöhnliches Darlehen, welches beispielsweise von Volksbanken, Sparkassen, Großbanken oder Privatbanken vergeben wird, die im gewöhnlichen Kundengeschäft tätig sind. Stattdessen sind es in erster Linie spezielle Kreditinstitute, die solche kurzfristigen Darlehen vergeben, insbesondere Pfandbriefbanken, Wertpapier- und Interbanken. Profiteure des Tageskredites sind auf der anderen Seite Börsenmakler und institutionelle Anleger, die kurzfristig Liquidität benötigen. Zwar ist der Tageskredit vom Zinssatz her nicht unbedingt günstig, aber aufgrund der äußerst kurzen Laufzeit fallen nur relativ geringe Kosten an. Im optimalen Fall werden diese Kosten durch den stattfindenden Handel mit Wertpapieren schnell mehr als kompensiert, sodass sich die Aufnahme eines Tageskredites für Börsenmakler definitiv lohnen kann.

Bonität ist beim Tageskredit dennoch notwendig

Zwar wird der Tageskredit nur für einen geringen Zeitraum vergeben und es werden Wertpapiere als Sicherheit entgegengenommen, aber dennoch bedeutet dies nicht, dass jeder interessierte Börsenmakler auch einen Tageskredit erhält. Stattdessen prüfen die kreditgebenden Banken auch in diesem Bereich die Bonität des Kunden, die sich allerdings meistens bereits in einer längeren Geschäftsbeziehung bestätigt hat. Viele Börsenmakler nutzen in regelmäßigen oder auch unregelmäßigen Abständen solche Tageskredite, um beispielsweise kurzfristig hohe Gewinnchancen beim Handel mit Wertpapieren realisieren zu können.