Mammonismus

Der sogenannte „schnöde Mammon“, das Geld, ist zahlreichen Menschen noch ein Begriff. Mit dem Mammon hat auch ein anderer Fachbegriff zu tun, nämlich der sogenannte Mammonismus. Dieses Wort kommt allerdings in erster Linie im philosophischen Bereich zum Tragen, denn es handelt sich um die Betrachtung des Wirtschafts- und Finanzwesens eben unter philosophischen Gesichtspunkten. Im Kern geht es beim Mammonismus vor allem darum, dass eine bestimmte Einstellung gekennzeichnet wird, die sich auf das Generieren neuer Geldquellen, aber vor allem auch auf das Ansammeln von Reichtum, bezieht.

Mammonismus steht dem Kapitalismus kritisch gegenüber

Ein Merkmal des Mammonismus besteht wiederum im Zuge der philosophischen Betrachtung des Wirtschafts- und Geldwesens darin, dass dem Kapitalismus kritisch gegenübergestanden wird. So kritisiert der Mammonismus zahlreiche Maßnahmen und Strukturen, die ein Teil des heutigen Kapitalismus sind. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ein häufig genutztes Synonym für den Mammonismus die Geldherrschaft ist. Dieser Begriff ist definitiv negativ belegt und wird oftmals auch in einer drastischeren Ausdrucksweise mit dem Begriff der Geldgier gleichgesetzt. Wichtig zu wissen ist, dass sich der Mammonismus in zwei große Gruppen einteilen lässt. In der ersten Gruppe geht es darum, die Gesellschaft als solche im Bereich der Wirtschaft zu charakterisieren. Der zweite große Teilbereich des Mammonismus geht demgegenüber auf die einzelnen Akteure am Finanz- und Wirtschaftsmarkt ein und betrachtet deren spezielles Verhalten.

Die Geldherrschaft der Eliten

Wie eingangs bereits erwähnt, kritisiert der Mammonismus aus philosophischer Sicht große Teile des Kapitalismus, insbesondere das Anhäufen großer Reichtümer. Hinter dem Begriff Geldherrschaft steckt somit nicht nur eine deutliche Kritik, sondern der Mammonismus möchte an dieser Stelle darlegen, dass insbesondere spezielle Institutionen meistens nur ein Ziel haben, nämlich innerhalb eines möglichst geringen Zeitraumes ein großes Vermögen anzusammeln. Dies geschieht natürlich dadurch, dass die Marktmechanismen zum eigenen Vorteil genutzt bzw. ausgenutzt werden.

In dem Zusammenhang wird im Rahmen des Mammonismus oftmals von den international agierenden Geldmächten gesprochen, bei denen es sich vor allem um Großunternehmen und Staaten handelt. Unter dem Begriff der Geldherrschaft versteht der Mammonismus allerdings nicht nur das Ansammeln von Kapital, sondern vor allem den damit oftmals verbundenen Verfall der Moral und der guten Sitten. Dieser Verfall ergibt sich aus dem Egoismus, mit dem die Unternehmen, Staaten und Menschen agieren, um die Geldmärkte ausschließlich zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Mammonismus als beleidigender Begriff

Der Begriff Mammonismus ist nach wie vor eindeutig negativ belegt und wurde in der Vergangenheit oftmals genutzt, um damit die Geldgier einiger Akteure zu charakterisieren. Auf Basis von Egoismus und Selbstsucht, die sich vor allem auf das möglichst große Anhäufen von Vermögen und Reichtum bezieht, zieht der Mammonismus den Schluss, dass die Akteure an den Geld- und Finanzmärkten schon allein aus diesem Grund nicht auf Mitmenschen und die Umwelt achten können. Dies wiederum führt zum Sittenverfall, der ein großer Kritikpunkt des Mammonismus ist.

Was ist heute mit Mammonismus gemeint?

Die heutige Bedeutung des Mammonismus ist eine etwas andere als die sehr philosophische Betrachtung, die zuvor erläutert wurde. In erster Linie bezieht sich der Mammonismus heutzutage auf Banken, Versicherungsgesellschaften, aber ebenfalls immer öfter auch auf die Politik. Dabei steht vor allem die Verbindung zwischen dem Geld und der Gesellschaft im Vordergrund, sodass der Mammonismus auch heute noch oftmals mit der Geldherrschaft gleichgesetzt wird.