Beim Mietkauf handelt es sich um einen Vertrag, innerhalb dessen dem Mieter seitens des Vermieters das Recht zugestanden wird, innerhalb einer definierten Laufzeit eine bis dato gemietete Sache gegen Zahlung eines Preises zu kaufen. Grundsätzlich ist der Mietkauf zwar auf sämtliche Gegenstände und Sachwerte anzuwenden, allerdings wird er in der Praxis zu über 90 Prozent im Zusammenhang mit Wohnungen und Immobilien genutzt.

Was ist der Inhalt des Mietkaufs?

Der wesentliche Inhalt besteht bei Mietkauf darin, dass eine Sache zunächst gemietet wird, der Mieter aber bereits bei Abschluss des Vertrages das Recht – und oft auch die Pflicht – eingeräumt bekommt, das Objekt später käuflich zu erwerben. Die Besonderheit besteht darin, dass die bis zum Kauf gezahlten Mietraten für gewöhnlich zu einem relativ hohen Anteil dem zu zahlenden Kaufpreis angerechnet werden. Trotzdem lohnt sich der Mietkauf oftmals nicht, denn in den meisten Fällen ist der Mietpreis im Vergleich zur klassischen Miete oder auch zum Leasing überrhöht. Der wesentliche Grund besteht darin, dass der Vermieter den jeweiligen Mieter natürlich indirekt dazu bewegen möchte, von seinem Recht Gebrauch zu machen, den Sachwert später zu erwerben.

Der Mietkauf im Bereich Wohnungen und Immobilien

Wie eingangs bereits erwähnt, kommt der Mietkauf hierzulande zum weitaus größten Teil im Bereich Wohnungen und Immobilien zum Einsatz. Dort funktioniert er wie allgemein für den Mietkauf möglich, nämlich dass der Interessent zunächst Mieter einer Wohnung oder einer Immobilie wird. Durch Abschluss des Mietkaufvertrages hat er jedoch die Option bzw. auch die Pflicht, die Eigentumswohnung oder Immobilie später zu erwerben. Auch dabei wird im Falle des Kaufs der bis dato gezahlte Mietpreis in gewissem Umfang angerechnet. Zu unterscheiden ist zwischen zwei Varianten, nämlich zum einen dem Mietkauf und zum anderen dem Optionskauf.

Worin unterscheiden sich Mietkauf und Optionskauf?

Beim klassischen Mietkauf ist es so, dass der Mieter sich per Vertrag dazu verpflichtet, die über einen bestimmten Zeitraum hinweg gemietete Immobilie zu einem definierten Zeitpunkt zu erwerben. Beim Mietkauf besteht also nicht nur das Recht auf einen späteren Kauf, sondern gleichermaßen für den Mieter auch die Pflicht. Anders stellt sich die Situation beim Optionskauf dar, denn in diesem Fall hat der Mieter nur das Recht, die Immobilie später zu kaufen. Er verpflichtet sich vertraglich jedoch nicht zum späteren Kauf. In den meisten Fällen mietet der jeweilige Interessent Wohnung oder Immobilie von einer Genossenschaft oder alternativ einem Bauträger.

Welche Vor- und Nachteile gibt es beim Mietkauf?

Beim Mietkauf existieren sowohl einige Vor- als auch Nachteile, die Sie vor Ihrer Entscheidung kennen sollten, ob Sie diese Variante wählen. Manche Vorteile sind allerdings etwas subjektiv und daher ist es von Person zu Person unterschiedlich, ob es sich dabei tatsächlich um echte Vorteile handelt. Generell profitieren Sie beim Mietkauf aufgrund der folgenden Tatsachen:

  • Haus oder Wohnung kann bewohnt werden, bevor ein Kauf stattfindet
  • In der Regel kein Eigenkapital beim Mietkauf notwendig
  • Stabile Miete (außer Änderungen vertraglich festgehalten)
  • Erwerb eines Eigenheims mit niedrigem Einkommen realisierbar
  • Gegenüber diesen Vorteilen gibt es allerdings auch eine ganze Reihe von Nachteilen, die Sie bei Mietkauf beachten sollten. Nur einige dieser Nachteile sind:

  • Selten Anrechnung der Miete in vollem Umfang auf Kaufpreis
  • Eher weniger Angebote im Bereich Mietkauf
  • Mietkauf oftmals Lockmittel für Immobilien in schlechter Lage oder mit schlechtem Zustand
  • Kein Mitspracherecht bei Umbauten
  • Anrechenbare Mietzahlungen sind verloren, falls der Verkäufer insolvent werden sollte
  • Wie Sie an dieser Auflistung bereits erkennen, handelt es sich um keineswegs geringe Nachteile, weshalb für die meisten Menschen der Mietkauf auch nicht infrage kommt.