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Reservationspreis

In der Betriebs- und Volkswirtschaft gibt es ganz unterschiedliche Preisarten, die vielen Bürgern kaum oder gar nicht geläufig sind. Trotzdem haben die unterschiedlichen Preise durchaus ihre Berechtigung und zum Teil eine große Bedeutung für Unternehmen, wenn es um die Kalkulation geht. Zu den verschiedenen Preisarten zählt insbesondere der Reservationspreis, der häufig ebenfalls als Vorbehaltspreis bezeichnet wird.

Was ist der Reservationspreis?

Häufig wird alternativ zum Reservationspreis auch von sogenannten Vorbehaltspreis gesprochen. Es handelt sich dabei um einen Begriff aus der Mikroökonomie, und zwar konkret aus Sicht des jeweiligen Verbrauchers. Hier stellt der Reservationspreis den Preis dar, den der Kunde, also ein Käufer, maximal für ein bestimmtes Produkt oder alternativ für eine Dienstleistung zu zahlen bereit ist. Aus Sicht des Produzenten bzw. Verkäufers hingegen ist der Vorbehaltspreis derjenige Preis, den dieser mindestens für sein Produkt oder seine Dienstleistung haben möchte, damit er dem Käufer weitere Einheiten anbietet.
Wichtig zu beachten ist, dass sich der Reservationspreis stets auf eine weitere Einheit der Dienstleistung oder des Produktes bezieht. Insbesondere Konsumenten im privaten Bereich ordern von einem bestimmten Gut meistens mehrere Einheiten und nicht beispielsweise nur eine Packung Taschentücher. Beim Reservationspreis geht es also in erster Linie darum, dass der Vorbehaltspreis für die erste Einheit nicht der gleiche wie für weitere Einheiten darstellt.

Fallende Nachfragefunktion bei abnehmenden Reservationspreis

Je nachdem, wie sich die Reservationspreise gestalten, können diese zu einer steigenden oder fallenden Nachfragefunktion führen. Nimmt der Vorbehaltspreis deutlich zu, kann dies sogar dazu führen, dass die Nachfrage völlig verschwindet. Das passiert insbesondere unter der Voraussetzung, dass der Reservationspreis aus Sicht des Anbieters und des Käufers deutlich abweicht.

Preisabsatzfunktion: Reservationspreis steigt bei ausgeweitetem Angebot an

Normalerweise verhält sich der Reservationspreis seitens des Herstellers bzw. Verkäufers so, dass dieser bei einem wachsenden Angebot ansteigt. Man spricht auch davon, dass der Vorbehaltspreis aus Sicht des Verkäufers entlang der Angebotskurve verläuft. Demgegenüber verläuft der Reservationspreis aus Käufersicht entlang der Nachfragefunktion. Sollten sich nun diese beiden Preise im Schnittpunkt der zwei Funktionen treffen, würde es sich um einen Gleichgewichtspreis handeln.
In dem Fall wäre der Reservationspreis des Käufers identisch mit dem des Herstellers. Verkauft ein Produzent seine Waren zum Beispiel unter dem Reservationspreis des Kunden, wäre dies ein Kundenvorteil. Dieser wird in der Betriebs- und Volkswirtschaft auch als sogenannte Konsumentenrente bezeichnet. Optimal wäre es für Unternehmen also, exakt den Preis für ein Produkt oder eine Dienstleistung zu veranschlagen, der aus Sicht des potentiellen Käufers sein Reservationspreis ist.

Beispiel für den Reservationspreis

Um den Reservationspreis zu verdeutlichen, ist sicherlich ein Beispiel aus der Praxis sinnvoll. Nehmen wir dazu an, dass ein Eisverkäufer eine neue Eissorte entwickeln möchte. Vorab kalkuliert er, dass die neue Eissorte mindestens 0,80 Euro pro Kugel kosten muss, damit sich Entwicklung und Herstellung lohnen. Diese 0,80 Euro pro Kugel sind gleichsam der Reservationspreis des Eisverkäufers. Aufgrund seiner bisherigen Kenntnisse kann der Eisverkäufer gut einschätzen, welchen Preis der Kunde für neue Eissorten bzw. Eiskugeln im Allgemeinen zu zahlen bereit ist. So kalkuliert er, dass der Reservationspreis für die Käufer durchschnittlich bei etwa einem Euro pro Kugel liegt. Das wiederum hat zur Folge, dass die neue Eissorte pro Kugel durchaus zwischen 0,80 Euro und 1,00 Euro kosten dürfte.

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