Realkredit

Die Bezeichnung Realkredit ist zwar in der Bankpraxis gegenüber dem Kunden nicht üblich, aber dennoch handelt es sich um einen speziellen Fachbegriff. Vereinfacht dargestellt handelt es sich beim Realkredit um ein Darlehen, welches mit einer Grundschuld abgesichert ist. Alternativ kann dies auch eine Hypothek sein, denn sowohl Grundschuld als auch Hypothek zählen zu den Grundpfandrechten, mit denen Realkredite abgesichert sein müssen.

Wie werden Realkredite in der Praxis definiert?

In der Praxis gibt es verschiedene Bankdarlehen, welche die Eigenschaften von Realkrediten besitzen und somit unter die Rubrik fallen. Nahezu ausschließlich handelt es sich dabei um solche Darlehen, die zur Finanzierung eines Immobilienkaufs, des Baus von Immobilien oder der Finanzierung von größeren Sanierungsmaßnahmen dienen. Die Banken bieten in diesem Zusammenhang unterschiedliche Darlehensvarianten an, wie zum Beispiel:

  • Annuitätendarlehen
  • Tilgungsdarlehen
  • Endfällige Darlehen

All diese Darlehensarten sind Immobilienkredite und werden in aller Regel nur dann vergeben, wenn der Kreditsuchende dazu bereit ist, der Bank als Gläubigerin ein Grundpfandrecht einzuräumen. Somit handelt es sich heutzutage in der Praxis fast bei jedem Immobiliendarlehen, welches von einer in Deutschland ansässigen Bank vergeben wird, automatisch um einen Realkredit.

Die Hypothek als Sicherheit beim Realkredit

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Grundpfandrechte, die im Zusammenhang mit dem Realkredit zum Einsatz kommen können. In früheren Zeiten wurde insbesondere die Hypothek genutzt, während es heutzutage in der überwiegenden Mehrheit nur noch Grundschulden sind, die von den Banken als Sicherheit akzeptiert werden. Bei der Hypothek ist es so, dass zwischen zwei Varianten unterschieden wird, nämlich zum einen zwischen der Sicherungs- und zum anderen zwischen der Verkehrshypothek. Darüber hinaus lässt sich die Hypothek auch danach unterscheiden, ob es sich um eine Brief- oder um eine Buchhypothek handelt. Die Briefhypothek zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass neben dem Eintrag ins Grundbuch zusätzlich ein Hypothekenbrief ausgestellt wird.

Der Vorteil besteht darin, dass sich diese Form des Grundpfandrechtes anschließend relativ einfach übertragen lässt, nämlich durch Übergabe bzw. Umschreibung des Hypothekenbriefes. Im Gegensatz zu einer Briefhypothek findet bei der Buchhypothek ein Ausschluss des Hypothekenbriefes statt, sodass lediglich die Eintragung ins Grundbuch erfolgt. Da alle Formen der Hypotheken streng akzessorisch, also an das Bestehen einer Forderung gebunden sind, gilt diese Kreditsicherheit bei den meisten Banken heute als nicht mehr wünschenswert, sondern stattdessen wird die Grundschuld bevorzugt.

Die Grundschuld als Kreditsicherheit beim Realkredit

Schon seit mindestens zehn Jahren ist die Grundschuld in der Praxis die vorherrschende Kreditsicherheit, wenn es um die Besicherung eines Immobilienkredites und somit eines Realkredites geht. Im Gegensatz Hypothek ist die Grundschuld nicht streng akzessorisch, sodass sie neben der Absicherung des Immobilienkredites theoretisch – und manchmal auch praktisch – auch für andere Forderungen als Sicherheit genutzt werden kann, welche die Bank gegenüber dem Kunden hat. Insofern ist die Grundschuld etwas weitreichender, aber von der grundsätzlichen Funktion her ist sie durchaus mit der Hypothek zu vergleichen.

Wer vergibt einen Realkredit?

Realkredite werden als Immobiliendarlehen von zahlreichen Banken und Bankengruppen vergeben. Im Prinzip stellt jedes Kreditinstitut, welches in der Sparte Immobilienfinanzierung aktiv ist, automatisch mit dem jeweiligen Darlehen einen Realkredit zur Verfügung. Dabei kann es sich sowohl um Filial- als auch um Direktbanken handeln. Zudem gibt es einige Spezialbanken, allen voran die Pfandkreditinstitute, die natürlich ebenfalls Realkredite an ihre Kunden vergeben.

Was kosten Realkredite?

Realkredite gehören zu den günstigsten Darlehen überhaupt, denn Immobiliendarlehen weisen eben aufgrund der Sicherheit in Form der Grundschuld meistens für den Kreditgeber ein eher geringes Risiko auf. Dies führt dazu, dass der Geldverleih für den Kunden zu günstigen Konditionen führen kann. Heutzutage werden Realkredite in der Niedrigzinsphase sogar teilweise zu einem Zinssatz von unter einem Prozent vergeben, wobei die exakte Höhe des zu zahlenden Effektivzinses von der Bonität des Kunden, der Eigenkapitalquote und einigen anderen Faktoren abhängig ist.