Positives Eigenkapital

Positives und negatives Eigenkapital werden auf unterschiedliche Art und Weise in der Bilanz ausgewiesen. Das positive Eigenkapital steht immer auf der Passivseite. Auf der Passiva-Seite werden neben dem Eigenkapital außerdem folgende Positionen aufgeführt:

  • Eigenkapital (positiv, da auf der Passiva-Seite), dazu gehören Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen, Gewinn/Verlust und Jahresüberschuss
  • Rückstellungen,
  • Fremdkapital,
  • Verbindlichkeiten gegen Banken und Lieferanten,
  • Passive Abgrenzungsposten, die berücksichtigt werden müssen.

Viel Eigenkapital sagt aus, dass das Unternehmen grundsätzlich einmal wenig Schulden hat und somit tendenziell eine bessere Bonität aufweist. Denn: Positives Eigenkapital bedeutet, dass die Summe der Vermögenswerte eines Unternehmens (Aktiva) größer ist als die Verbindlichkeiten, also die Schulden des Unternehmens. Ist das Eigenkapital negativ so bedeutet dies: Die Verbindlichkeiten des Unternehmens sind größer als die Vermögenswerte – das Unternehmen ist „überschuldet“.

Was wird als Eigenkapital bezeichnet

Das Eigenkapital ist der finanzielle Teil des Unternehmens, der keine Verbindlichkeit gegenüber einem Externen darstellt. Letztlich ist das Eigenkapital also eine rechnerische Residualgröße die sich als Differenz aller Vermögenswerte (Aktiva) und aller Schulden (Verbindlichkeiten) in der Bilanz ergibt. Fremdkapital und Eigenkapital bezeichnen zusammen das Gesamtkapital.

Wie bereits erwähnt ist ein positives Eigenkapital ein positiver Indikator für eine gute Unternehmensbonität. So ist die Kennzahl der Eigenkapitalquote eine wesentliche Kennzahl im Rahmen von Ratingsystemen zur Berechnung der Bonität eines Unternehmens. Die Rating-Kennzahl Eigenkapitalquote gibt dabei an, wie viel des Gesamtkapitals aus Eigenkapital besteht. Die Eigenkapitalquote informiert damit genau darüber, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital ist. Eine gute Eigenkapitalquote in Deutschland befindet sich zwischen 20% und 25%. Bei Handelsunternehmen kann sie durchaus auch geringer sein.

Woraus besteht das Eigenkapital

Das Eigenkapital wird vom Eigentümer dem Unternehmen überlassen. Der erwirtschaftete Gewinn verbleibt im Unternehmen, der Eigentümer erhebt keinen Anspruch auf den Gewinn, sodass „sein Anteil“ im Unternehmen verbleibt und als Eigenkapital berechnet wird. Die Bilanz erfasst das Eigenkapital aus der Differenz zwischen Vermögen und Schulden. In der Bilanz sind Aktiva und Passiva immer gleich. Der Differenzbetrag beider Seiten wird auf der schwächeren Seite als Saldo hinterlegt. Dieser Saldo ist das Eigenkapital, welches auf der Passivseite als positiv angesehen wird.

Beispiel Positives Eigenkapital

So sieht die Berechnung bei einem Einzelunternehmen aus. Bei Personengesellschaften ist die Aufteilung komplizierter. Jeder Gesellschafter verfügt über eigene Konten, die gleich berechnet werden wie beim Einzelunternehmer. Bei Einzelunternehmen können sich die Zahlen des Eigenkapitals verändern. Bei Personengesellschaften wird festgelegt, dass ein Teil des Eigenkapitals fest bestehen bleibt. Die Gesellschafter verfügen über Privatkonten, auf denen Einnahmen und sonstige Bewegungen festgehalten werden. Am Jahresende werden die Salden auf das Schlussbilanzkonto gebucht. Die Differenz zwischen den aktiven und passiven Beständen ist das neue Eigenkapital. Drei wichtige Kontobereiche sind zu unterscheiden:

  • Privateinlagen,
  • Entnahmen für den privaten Gebrauch,
  • GuV-Konto (Gewinn und Verlust).

Eigenkapital – Bilanz

Die Bilanz ist im Grunde genommen die Gegenüberstellung von Aktiva und Passiva. Das Eigenkapital kann als Finanzspritze betrachtet werden, welche ohne Gegenleistung zur Verfügung gestellt wird. Die Rechenformel lautet: Eigenkapital ist die Differenz zwischen Gesamtvermögen und Gesamtschulden. Wenn die Schulden höher sind, handelt es sich um negatives Eigenkapital. Die Privateinlage des Unternehmers, also Einzahlung einer bestimmten Summe, sorgt für die Erhöhung auf der Aktivseite. Das positive Eigenkapital auf der Passivseite erhöht sich ebenfalls.