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Derivate

Am Finanzmarkt gibt es eine große Auswahl an Produkten, die zum Beispiel von den Banken angeboten werden. Zahlreiche Finanzprodukte sind auf die mittel- oder langfristige Geldanlage ausgelegt. Darüber hinaus gibt es allerdings ebenso Produkte aus dem Finanzbereich, die für eine kurzfristige Spekulation bestens geeignet sind. In diese Kategorie fallen unter anderem die sogenannten Derivate.

Worum handelt es sich bei Derivaten?

Derivate ist die Fachbezeichnung für spezielle Finanzinstrumente, die häufig alternativ als abgeleitete Produkte bezeichnet werden. Die Grundlage für Derivate ist, dass faktisch ein Vertrag zwischen zwei Parteien abgeschlossen wird. Dieser beinhaltet, dass der Käufer einen festgelegten Basiswert erwirbt oder auch veräußert, allerdings nicht in der Gegenwart, sondern an einem in der Zukunft liegenden Termin.

Ebenfalls festgelegt ist im Vertrag bereits der Preis, zu dem dieser Basiswert in der Zukunft erworben oder verkauft wird. Der tatsächliche Kauf verbunden mit der Lieferung des Basiswertes findet in der Praxis allerdings selten statt. Stattdessen erzielen Spekulanten mit Derivaten dadurch Gewinne, dass der Kurs des Basiswertes im besten Fall steigt oder fällt, je nachdem, welche Art Derivat erworben wurde.

Wie funktionieren Derivate?

Derivate funktionieren auf der Grundlage, dass sich jedes Derivat auf einen Basiswert bezieht. Derivate haben demzufolge keinen eigenen Wert, sondern werden ausschließlich deshalb zu Preisen und Kursen gehandelt, weil sie an einen Basiswert gekoppelt sind. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Aktie, einen Index oder auch um Devisen sowie Rohstoffe handeln. Weiterhin funktionieren Derivate so, dass meistens ein Hebel existiert. Das bedeutet, dass die Kursveränderung beim Derivat überproportional größer als die des Basiswertes ist. Steigt also beispielsweise der Kurs einer Aktie als Basiswert um zwei Prozent, kann es sein, dass der Wert des entsprechenden Derivates um zehn oder mehr Prozent ansteigt. Gleiches gilt natürlich ebenfalls für fallende Kurse.

Weiterhin gehört zur Funktionsweise von Derivaten, dass Sie sowohl auf fallende als auch auf steigende Kurse spekulieren können. Damit stellen Derivate unter anderem eine sehr gute Möglichkeit dar, andere Positionen gegen Kursverluste abzusichern. Die einzig sonstige Alternative wäre im Aktienbereich der Leerverkauf, den allerdings nicht viele Banken und Broker für ihre Kunden anbieten. Daher sind Derivate ein sehr gutes Instrument, wenn Sie spekulativ eingestellt sind und auch einmal auf fallende Preise setzen möchten.

Wofür werden Derivate genutzt?

Derivate werden im Grunde für zwei mögliche Hauptzwecke genutzt. Zum einen dienen sie als Spekulationsobjekte, denn – insbesondere unter Einbezug des Hebels – mit wenig Kapital können Sie in kurzer Zeit überproportional hohe Gewinne erzielen, aber natürlich auch Verluste erleiden. Das zweite Einsatzgebiet ist die Absicherung anderer Positionen. Vor diesem Hintergrund werden Derivate häufig auch von größeren Unternehmen in Anspruch genommen, die zum Beispiel Auslandsgeschäfte mit Währungsrisiken oder eine größere Aktienposition gegen Verluste absichern möchten. Dies funktioniert relativ einfach. Falls Sie zum Beispiel eine große Position in Telekom-Aktien halten, können Sie durch den Kauf einer Option dafür sorgen, dass bei Kursrückgängen der Aktie zumindest durch den dann entstehenden Gewinn bei der Option im Saldo keine effektiven Verluste entstehen.

Welche Derivate gibt es?

An den Finanzmärkten gibt eine Reihe unterschiedlicher Derivate, die meistens über Banken und Broker gehandelt werden können. Zu den am häufigsten genutzen zählen insbesondere:

  • Optionsscheine
  • Optionen
  • Futures
  • CFDs
  • Swaps

Besonders beliebt sind CFDs, die sogenannten Contracts For Difference. Diese sind leicht verständlich und es müssen keine Kennzahlen und Zeitwerte berücksichtigt werden, wie es zum Beispiel bei Futures und Optionen der Fall ist. Stattdessen können Sie mittels CFDs ganz einfach auf fallende oder steigende Kurse des Basiswertes spekulieren, was nahezu immer mit einem Hebel funktioniert. Ferner haben CFDs häufig den Vorteil, dass es keine Laufzeitbegrenzung wie bei Optionen oder Futures gibt.

Chancen und Risiken bei Derivaten

Bevor Sie sich für die Spekulation mit Derivaten entscheiden, sollten Sie sich über Chancen und Risiken Gedanken machen. Tatsache ist, dass Sie mittels Optionen, Futures und anderen Derivaten in kurzer Zeit mit geringen Kapitaleinsätzen sehr hohe Gewinne generieren können. Fakt ist allerdings auch, dass die Verluste ebenfalls hoch ausfallen können und sogar Totalverluste nicht selten sind. Die Chancen stehen den Risiken also nahezu 1:1 gegenüber, sodass Derivate im Grunde ausschließlich für spekulativ eingestellte Investoren geeignet sind.

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