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EBIT-Marge

EBIT-Marge ist ein Fachbegriff aus dem Finanzierungsbereich, der sicherlich vielen Verbrauchern nicht geläufig ist. Vereinfacht dargestellt handelt es sich bei der EBIT-Marge um eine Kennzahl, bei der Gewinne vor Steuern mit Zinsen in ein Verhältnis zum seitens des Unternehmens erzielten Umsatz gesetzt werden. Mit der EBIT-Marge lässt sich also messen, welchen Umsatz das Unternehmen erzielen musste, um auf den erwirtschaften Gewinn zu gelangen.

Worum handelt es sich bei der EBIT-Marge?

Quelle Bild: Pexels

 
Die EBIT-Marge ist eine wichtige Kennzahl im Rahmen der Unternehmensanalyse. Sie beinhaltet, dass der Gewinn vor Steuern nebst Zinsen in eine Verhältnis zum erzielten Umsatz gesetzt wird. Die Kennzahl sagt etwas über die Ertragskraft und somit über die Rentabilität eines Unternehmens aus und wird in Prozent angegeben. Eine andere Bezeichnung für EBIT-Marge ist operatives Ergebnis. Die Abkürzung EBIT steht in dem Zusammenhang für „Earning bevor interests and taxes“ (Verdienst vor Zinsen und Steuern).

Ablesen lässt sich an der EBIT-Marge, wie hoch der Gewinn im Verhältnis zu den Umsatzerlösen ist. Je höher das Ergebnis in Prozent ist, desto profitabler arbeitet das entsprechende Unternehmen. Bereits ein EBIT-Marge zwischen 10-bis 15 Prozent ist ein guter Wert. In dem Zusammenhang fällt die EBIT-Marge in den großen Bereich der Umsatzrentabilität eines Unternehmens. In der Praxis wird sie oftmals genutzt, damit mehrere Firmen aus der gleichen Branche möglichst gut miteinander vergleichbar sind.

EBIT-Richtwert

Damit die Kennzahl EBIT-Marge richtig interpretiert werden kann, muss natürlich bekannt sein, was die Norm- bzw. Richtwerte sind. Prinzipiell gilt hier die Maßgabe, dass die EBIT-Marge umso besser und positiver zu bewerten ist, desto höher sie ausfällt. Im Allgemeinen gelten in dem Zusammenhang die folgenden EBIT-Marge Richtwerte:

  • EBIT-Marge über 15 %: Hohe Ertragskraft
  • EBIT-Marge 10 bis 14 %: Gute Ertragskraft
  • EBIT-Marge 3 bis 9 %: Solide Ertragskraft
  • EBIT-Marge unter 3 %: Wenig rentabel

Zu beachten ist allerdings, dass die EBIT-Marge Richtwerte innerhalb unterschiedlicher Branchen voneinander etwas abweichen können. Es handelt sich demzufolge lediglich um durchschnittliche Richtwerte, die allerdings meistens eine Basis für die Rentabilität des Unternehmens sind, die für die Zukunft gelten. Erhöhen lässt sich die EBIT-Marge zum Beispiel dadurch, dass die Preise oder die Absatzzahlen erhöht werden.

EBIT-Marge Interpretation

Die wesentliche Interpretation der EBIT-Marge besteht darin, dass auf diese Weise beurteilt werden kann, wie hoch die Rentabilität eines Unternehmens ist. Die EBIT-Marge sagt also aus, wie effektiv Firmen wirtschaften. Von Bedeutung ist die EBIT-Marge deshalb, weil sich an alleine am Umsatz oder auch am Gewinn nicht gut genug ablesen lässt, wie die Marktposition ist und wie effektiv die einzelne Firma tatsächlich arbeitet.

Mit der Hilfe der EBIT-Marge ist es hingegen möglich, den Erfolg der Geschäftsführung zu beurteilen. Darüber hinaus gehört es zur EBIT-Marge Interpretation mit dazu, dass weder Zinsaufwendungen noch Zinserträge mitberücksichtigt werden. Das wiederum führt dazu, dass keine Unterschiede zwischen Fremd- und Eigenkapital existieren, genauso wenig wie Steuersätze beachtet werden.

Unterschied zwischen EBIT-Marge und Umsatzrendite

Manchmal wenn die zwei Begriffe EBIT-Marge und Umsatzrendite bzw. Umsatzrentabilität synonym verwendet. Dabei ist durchaus zu unterscheiden, ob es sich bei der Kennzahl um die EBIT-Marge oder um die Umsatzrendite handelt. Noch einmal zur Verdeutlichung: Die EBIT-Marge ist eine Bezeichnung für das Verhältnis der Kennzahl EBIT zum Gesamtumsatz. Der wesentliche Unterschied im Vergleich zur Netto-Umsatzrendite besteht darin, dass bei der EBIT-Marge bei den Posten weder Zinsen noch Abschreibungen eine Berücksichtigung finden. Trotzdem sagt natürlich auch die EBIT-Marge etwas über die Rentabilität einer Firma aus. Da auch mit der Umsatzrentabilität im Grunde die Effizienz einer Firma dargestellt wird, gibt es also tatsächlich einige Gemeinsamkeiten zwischen der EBIT-Marge und der Umsatzrendite.

EBIT-Marge nach Branchen

Die Kennzahl EBIT-Marge kann nicht nur bei verschiedenen Unternehmen aus der gleichen Branche deutlich voneinander abweichen. Darüber hinaus ist es schon immer so gewesen, dass die Firmen aus verschiedenen Branchen tendenziell unterschiedlich hohe EBIT-Margen haben, wenn man sich die durchschnittlichen Werte betrachtet. Grund für die abweichenden EBIT-Margen in den verschiedenen Branchen sind insbesondere die abweichenden Geschäftsmodelle, wobei ebenfalls im Bereich des Kostenmanagements größere Differenzen in den verschiedenen Branchen zu erkennen sind.

Als Branche mit vergleichsweise hohen Gewinnmargen und somit auch einer recht hohen EBIT-Marge gilt seit jeher die Software-Branche. Dort ist es nicht ungewöhnlich, dass die EBIT-Marge bis zu 25 Prozent reichen kann. Insbesondere die globalen Marktführer, wie zum Beispiel Microsoft oder Apple, erreichen sogar durchaus EBIT-Margen von 25 bis 35 Prozent. Ebenfalls kennzeichnend für die EBIT-Margen innerhalb der Softwareindustrie sind saisonale Schwankungen, die nicht unerheblich sind.

Ein Beispiel dafür, wie stark die EBIT-Marge innerhalb der gleichen Branche schwanken kann, zeigen zum einen die Automobil- und zum anderen die Flugzeugindustrie. Im Automobilsektor erreichen insbesondere sogenannte Luxusmarken wie Porsche oder Ferrari durchaus EBIT-Margen zwischen 10 bis 15 Prozent. Breiter aufgestellte Automobilhersteller, die sich faktisch mit ihrem Angebot an jeden Autofahrer richten, erzielen hingegen oftmals lediglich EBIT-Margen zwischen drei bis vier Prozent, wie zum Beispiel Volkswagen.

Ein ähnliches Bild gibt es bei Fluglinien. Dort erzielen insbesondere die sogenannten Billigflieger relativ hohe EBIT-Margen zwischen 10 bis 15 Prozent, während die etablierten und alteingesessenen Fluglinien, zu denen beispielsweise die Lufthansa zählen, eher Margen von zwei bis vier Prozent erreichen. In der Branche der Kunstgüter und des Handels zeichnen sich die EBIT-Margen im negativen Sinne dadurch aus, dass sie mittlerweile seit Jahren sinken. Die mittleren Werte bewegen sich in dieser Branche momentan im Bereich zwischen 10 bis 12 Prozent.

Unterschied zwischen EBIT-Marge und EBITDA

Noch einmal zur Erinnerung: Der Begriff EBIT st die Abkürzung für „Earnings before interest and taxes“, zu deutsch: „Ergebnis vor Zinsen und Steuern“. Demgegenüber wird mit der Abkürzung EBITDA das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen sowie Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte bezeichnet. Der grundlegende Unterschied zwischen EBIT und EBITDA ist also, dass bei letzterer Kennzahl die Abschreibungen keine Berücksichtigung finden. Die wesentliche Aufgabe des EBIT-Marge besteht darin, die Ertragskraft des operativen Geschäfts wiederzugeben, wobei explizit Finanzierungskosten nicht berücksichtigt werden. Bei der Kennzahl EBITDA hingegen wird in erster Linie eine noch genauere Betrachtung der Rentabilität des operativen Geschäftes vorgenommen, indem nämlich neben den Zinsen und Steuern auch die Abschreibungen nicht einbezogen werden.

Einfach an einem Video erklärt:

Was sagt die EBIT-Marge im Detail aus?

Als zentrale Kennzahl lässt sich an der EBIT-Marge insbesondere ablesen, wie rentabel und effektiv ein Unternehmen arbeiten kann. Die Kennzahl ist deshalb notwendig, weil weder die reinen Umsatzzahlen noch der reine Gewinn etwas darüber aussagen, wie effektiv das Unternehmen tätig und am Markt aufgestellt ist. Diesbezüglich lässt sich das Ergebnis der Berechnung in zwei Kategorien einteilen, nämlich:

  • Mehr als 15 %: Sehr rentables Unternehmen
  • Unter 5 %: Risiken bezüglich der Rentabilität

Dabei handelt es sich allerdings lediglich um Richtwerte, die unabhängig von der entsprechenden Branche sind. Wer einen genaueren Vergleich möchte, der informiert sich über die jeweilige EBIT-Marge, die in der entsprechenden Branche üblich ist.

Wie wird die EBIT-Marge berechnet?

Bezüglich der Berechnung der EBIT-Marge gibt es zwei unterschiedliche Methoden. Zum einen wird in der Praxis das sogenannte Gesamtkostenverfahren verwendet, zum anderen kann ebenfalls das Umsatzkostenverfahren genutzt werden. Beide Verfahren beinhalten, dass der Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag nach Abzug von Zinsen und Steuern ermittelt werden können.

Gesamtkostenverfahren

Beim Gesamtkostenverfahren werden alle Kosten bzw. Aufwendungen innerhalb des Geschäftsjahres, die das Unternehmen hat, den gesamten Erträgen des Geschäftsjahres gegenübergestellt. Die Berechnung der EBIT-Marge erfolgt auf der nachfolgenden Grundlage:

Umsatzerlöse

+/-    Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

+       andere aktivierte Eigenleistungen

+       sonstige betriebliche Erträge

–        Materialaufwand

–        Personalaufwand

–        Abschreibungen

–        Sonstige betriebliche Aufwendungen

=       EBIT/Betriebsergebnis

Umsatzkostenverfahren

Bei Umsatzkostenverfahren werden erzielten Erträge innerhalb des Geschäftsjahres mit den direkten Herstellungskosten verglichen. Daraus resultiert die folgenden Berechnung der EBIT-Marge:

Umsatzerlöse

–        Herstellungskosten

=       Bruttoergebnis vom Umsatz

–        Vertriebskosten

–        Allgemeine Verwaltungskosten

+       Sonstige betriebliche Erträge

–        Sonstige betriebliche Aufwendungen

=       EBIT/Betriebsergebnis

Im Grunde leitet sich aus den entsprechenden Berechnungen eine Hauptformel ab, mit der sich die EBIT-Marge berechnen lässt, wenn bereits Betriebsergebnis und Umsatzzahlen bekannt sind. Diese Formel lautet:

EBIT-Marge in Prozent = 100 * (EBIT / Umsatz)

Das Resultat der Berechnung ist dann das operative Ergebnis des Unternehmens, welches auf Grundlage eines bestimmten Jahresumsatz erzielt werden konnte. Dazu ein Beispiel: Angenommen, ein Handelsunternehmen erzielt innerhalb des Geschäftsjahres ein Betriebsergebnis (EBIT) von drei Millionen Euro. Der Umsatz des Unternehmens belief sich im gleichen Geschäftsjahr auf 24 Millionen Euro. Diese Zahlen werden einfach in die zuvor genannte Formel eingetragen:

100 * (3.000.000 / 24.000.000) = 12.5

Es handelt sich demzufolge um ein relativ rentabel arbeitendes Unternehmen und die Kennzahl ist daher positiv.

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