Direktbanken gibt es mittlerweile seit über 50 Jahren, denn die weltweit erste Internetbank wurde bereits 1965 gegründet. Heutzutage sind Direktbanken äußerst weit verbreitet und bei immer mehr Kunden gleichermaßen beliebt. Sämtliche Kreditinstitute in Deutschland lassen sich in zwei große Gruppen einteilen, nämlich zum einen in Direkt- und zum anderen in Filialbanken.

Die Geschichte der Direktbanken

Die erste Direktbank, die überhaupt gegründet wurde, war die Bank für Spareinlagen und Vermögensbildung, die ihren Sitz in Frankfurt am Main hatte. Später fand eine Umbenennung in die Allgemeine Deutsche Direktbank AG statt, die das Vorläuferinstitut der mittlerweile äußerst bekannten ING war, die zu den führenden Direktbanken in Europa gehört. Zur damaligen Zeit gab es natürlich noch kein Internet in dem Umfang, sondern stattdessen fand die Korrespondenz mit den Kunden nicht über eine Geschäftsstelle, sondern stattdessen mittels Brief statt. Ein weiterer Schritt im Bereich der Direktbanken fand 1981 statt, denn zum damaligen Zeitpunkt bot die Continental Nationalbank of Florida erstmals Online-Banking mit BTX (Bildschirmtext) an.

Ein weiterer Meilenstein der Direktbanken war das sogenannte Discount-Brokerage, welches die Direkt Anlage Bank (DAB) erstmals 1994 am Markt eingeführt hatte. Die erste reine Internetbank aus Deutschland, nämlich die netbank, ging im Frühjahr 1999 an den Start. Seitdem gibt es hierzulande zahlreiche größere und bekannte Direktbanken, wie zum Beispiel:

  • ING
  • netbank
  • consorsbank
  • comdirect
  • 1822direkt
  • Bank 24
  • Worin unterscheiden sich Filial- und Direktbanken?

    Der wesentliche Unterschied zwischen einer Direktbank und einer Filialbank besteht natürlich darin, dass es bei den Direktbanken keine Geschäftsstellen geht, in die sich Kunden persönlich begeben können. Etwas abstrakter formuliert besteht der Hauptunterschied also in der Kontaktaufnahme, wie sie zwischen dem Kreditinstitut und den Kunden stattfindet. Grundsätzlich gibt es im Bankenbereich insbesondere drei Kontaktwege, die gängig sind, nämlich:

  • Persönlicher Kontakt in der Geschäftsstelle
  • Semipersönlicher Kontakt (Telefon)
  • Unpersönlicher Kontakt (Brief, E-Mail oder Online-Banking)
  • Bei den meisten Direktbanken gibt es heutzutage einen semipersönlichen und unpersönlichen Kontakt, denn Kunden können in der Regel sowohl die Kontaktwege Telefon als auch Telefax, E-Mail oder Online-Banking in Anspruch nehmen. Ein weiterer häufig genannter Unterschied zwischen Direktbanken und Filialbanken besteht darin, dass die Internetbanken oftmals von den Konditionen her als günstiger gelten. Dies führen Experten vor allem darauf zurück, dass Direktbanken im Vergleich zu Filialbanken deutlich Kosten einsparen. Bei Onlinebanken muss keine teure Geschäftsstelle unterhalten werden und die Anzahl der Mitarbeiter ist – heruntergerechnet auf die Anzahl der Kunden – erheblich geringer. All dies führt dazu, dass Direktbanken oftmals besonders günstige Konditionen anbieten können.

    Welche Finanzprodukte bieten Direktbanken an?

    Mittlerweile sind die meisten Direktbanken, die am Markt tätig sind, sogenannte Universalbanken. Dies bedeutet, dass sie die meisten Standardprodukte anbieten, die es im Bankenbereich gibt. So haben die weitaus meisten Direktbanken heutzutage unter anderem die folgenden Produkte im Angebot:

  • Zahlungsverkehr (Girokonto und Kreditkarte)
  • Geldanlage und Sparen (Tages- und Festgeld, Sparkonten, Sparverträge)
  • Finanzierungen, wie zum Beispiel Ratenkredite, Dispokredite und Konsumkredite
  • Wertpapiergeschäft (Discount-Brokerage)
  • Immobilienfinanzierung
  • Darüber hinaus wird über entsprechende Verbundpartner meistens auch das Versicherungsgeschäft sowie das Fondsgeschäft seitens der Direktbanken angeboten. Die Produktvielfalt ist also im Prinzip heutzutage nicht mehr geringer als die der klassische Filialbanken, zu denen nach wie vor vor allen Dingen Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Großbanken zählen.