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Devisen und Währungen

Mit Währungen sind neben der jeweiligen inländischen Währung, also in Deutschland dem Euro, in erster Linie auch ausländische Zahlungsmittel gemeint. Währungen lassen sich in zwei große Gruppen einteilen, nämlich zum einen in Sorten und zum anderen in Devisen. Alle Devisen sind also Währungen, aber nicht alle Währungen sind Devisen, auch wenn die Begriffe meistens synonym verwendet werden.

Unterschied zwischen Sorten und Devisen

Quelle Bild: Pexels

 
Mit Sorten werden alle ausländischen Währungen bezeichnet, die in Form von Bargeld verfügbar sind. Somit handelt es sich immer dann um Sorten, wenn Sie das ausländische Zahlungsmittel entweder als Banknoten oder Münzen erhalten. Demgegenüber bezeichnen die Devisen zwar ebenfalls eine Fremdwährung, aber in diesem Fall existiert das ausländische Zahlungsmittel ausschließlich als sogenanntes Buchgeld. Dies bedeutet, dass es sich nicht um Bargeld handelt, sondern sogenannte Geldersatzmittel zum Einsatz kommen. Dazu gehören in erster Linie Guthaben auf ausländischen Konten, Schecks und auch ausländische Wertpapiere zählen zu den Devisen.

Was sind die bekanntesten Währungen?

Weltweit gibt es mehr als 100 Währungen, von denen die meisten mittlerweile frei gehandelt werden können. Dennoch dominiert ein sehr kleiner Teil von Währungen den gesamten Markt, denn rund fünf sogenannte Weltwährungen machen über 80 Prozent des globalen Umsatzes am Devisenmarkt aus. Es handelt sich dabei um die folgenden Währungen:

  • US-Dollar
  • Euro
  • Japanischer Yen
  • Britisches Pfund
  • Schweizer Franken

Wie werden Devisen gehandelt?

Während Sorten im Handelsbereich kaum von Bedeutung sind, sondern allenfalls von Privatpersonen als Reisekasse genutzt werden, falls der anstehende Urlaub im Ausland verbracht wird, kommt den Devisen im Bereich des globalen Handels eine enorme Bedeutung zu. Gehandelt werden Devisen an sogenannten Devisenmarkt. Anders als beim Handel mit Aktien und sonstigen Wertpapieren existiert der Markt allerdings nur online, sodass der Devisenhandel ausschließlich über die Computersysteme stattfindet und es keine Präsenzbörsen gibt. Der wichtigste Handelsplatz weltweit ist New York, gefolgt von Tokio und London. Nahezu sekündlich werden am Devisenmarkt die Kurse der wichtigsten Devisen notiert, beispielsweise des US-Dollars oder auch des Euro.

Welche Devisen gelten als relativ krisensicher?

Rund um den Globus gibt es über 100 unterschiedliche Währungen, die in Form von Sorten und Devisen existieren. Nicht nur für Anleger ist es eine wichtige Frage, welche dieser Devisen als besonders krisensicher gelten. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um die sogenannten Weltwährungen, die in der Summe über 80 Prozent aller gehandelten Devisen am Finanzmarkt ausmachen. Dazu gehören in erster Reihe:

  • US-Dollar
  • Euro
  • Britisches Pfund
  • Japanischer Yen
  • Schweizer Franken

Diese Weltwährungen gelten als besonders krisensicher, weil der Kurs keinen größeren Schwankungen unterlegen ist. Als ähnlich sicher werden mittlerweile aber auch der Kanadische Dollar sowie die Norwegische und die Schwedische Krone bezeichnet. Krisensicher bedeutet in dem Zusammenhang, dass es selbst bei Wirtschafts- und politischen Krisen zu keinen überdurchschnittlich großen Ausschlägen bei den diversen Kursen kommen muss.

Wann Devisen und wann Sorten?

Den Unterschied zwischen Devisen und Sorten haben wir bereits erläutert. Nun stellt sich noch die Frage, wann Devisen und wann Sorten in der Praxis zum Einsatz kommen. Devisen sind insbesondere für den Geschäftsbereich relevant, wenn beispielsweise ein Unternehmen mit einer anderen Gesellschaft aus dem Ausland Geschäftsbeziehungen hat und Geld fließt. In dem Fall findet nahezu immer eine Verbuchung auf Konten statt, sodass es sich um Devisen und nicht um Sorten handelt. Im gesamten Gewerbebereich dominieren also Devisen deutlich.

Sorten hingegen werden in erster Linie von Privatpersonen eingesetzt. Sie kommen vorrangig dann zum Tragen, wenn Sie sich zum Beispiel auf einer Urlaubsreise im außereuropäischen Ausland oder in einem Staat, der nicht zur Eurozone zählt, befinden. Dann können Sie entweder bereits Zuhause bei der Bank ausländische Banknoten (Sorten) ordern oder den Umtausch von Euro in die entsprechende Auslandswährung vor Ort vornehmen.

Wie und wo kann ich Devisen umtauschen?

Devisen können Sie im eigentlichen Sinne nicht umtauschen, weil es sich dabei um Buchgeld handelt. Die Umrechnung erfolgt dann direkt auf Ihrem Konto. Wenn Sie beispielsweise mit der Kreditkarte im Ausland eine fremde Währung verfügen, findet die Umrechnung auf Ihrem Girokonto in Euro statt. Im engeren Sinne umtauschen können Sie also nur Sorten, demzufolge Banknoten und manchmal auch Münzen. Die Geldscheine wiederum können Sie bei fast allen Banken mit Geschäftsstellen tauschen. Oftmals müssen Sie allerdings die entsprechenden Sorten vorher bestellen, wenn Sie beispielsweise bereits im Inland ausländische Banknoten für die Urlaubsreise haben möchten. Darüber hinaus gibt es vor allem an großen Bahnhöfen, Flughäfen und in größeren Städten sogenannte Wechselstuben. Auch dort ist es möglich, Sorten untereinander zu tauschen.

Warum sind Devisen von größerer Bedeutung?

Devisen sind heutzutage ein unabdingbares Element des weltweiten Zahlungsverkehrs. Vor allem aufgrund der Globalisierung haben sie innerhalb der Weltwirtschaft eine enorme Bedeutung. So ist es für die meisten Staaten nicht mehr denkbar, ohne internationalen Handels auszukommen. Dann wiederum werden die entsprechenden Warenlieferungen oder in Anspruch genommenen Dienstleistungen häufig mit Devisen bezahlt.

Der Grund besteht darin, dass – bis auf sogenannte Währungszonen wie dem Euroraum – die meisten Länder unterschiedliche gesetzliche Zahlungsmittel und somit Währungen haben. Für Privatpersonen sind Devisen hingegen fast nur im Bereich der Geldanlage oder der Spekulation von Relevanz. Dort dienen sie als Basiswerte, um zum Beispiel Kurs- oder Währungsgewinne zu erzielen.

Wie und wann habe ich mit Devisen und Währungen zu tun?

Wie bereits kurz erläutert, haben Privatpersonen selten mit Devisen im engeren Sinne zu tun, es sei denn, es handelt sich um Anleger oder Trader. Meistens wird auch eher vom Wechselkurs oder vom Währungskurs statt vom Devisenkurs gesprochen. Zu tun haben Sie als Privatperson allerdings eher mit Sorten, wenn Sie nämlich im Urlaub außerhalb von Europa mit Bargeld zahlen möchten. Dann wiederum kommt der Wechselkurs zum Einsatz, wenn die entsprechenden Banknoten beispielsweise von US-Dollar in Euro getauscht werden sollen. Der Wechselkurs ist der Devisenkurs, denn in der Regel findet die Umrechnung zum amtlichen Devisenkurs statt. In der Praxis haben Privatpersonen also mit Devisen und Währungen in erster Linie bei Geschäftsreisen, im Urlaub und wenn im Ausland Einkäufe getätigt werden zu tun.

Wie hängen Währungsreserven und Devisen zusammen?

Vielleicht haben Sie schon einmal von den sogenannten Währungsreserven gehört. Darüber verfügt im Prinzip jede Zentralbank, die für einen Staat oder einen übergeordneten Währungsraum zuständig ist, wie zum Beispiel die Europäische Zentralbank (EZB). Der Notenbanken halten Währungsreserven normalerweise entweder als Devisen (fremde Währungen) oder in Form von Edelmetallen, meistens Gold.

Die Verbindung zwischen Währungsreserven und Devisen besteht darin, dass durch die entsprechenden Währungen bei Bedarf die Wechselkurse in die eine oder andere Richtung seitens der Zentral- und Notenbanken beeinflusst werden können. Dies ist manchmal nötig, um die Stabilität der eigenen Währung zu sichern. Die Verbindung von Währungsreserven und Devisen ist also vor allem, dass die Notenbanken auf den entsprechenden Konten über Guthaben in ausländischen Währungen verfügen, also Buchgeld in Form von Devisen.

Welchen Wert haben Devisen?

Der Wert einer bestimmten Devise hängt insbesondere von Angebot und Nachfrage ab, die sich am Devisenmarkt treffen. Ein wichtiger Teil der Funktionsweise des Devisenhandels besteht zudem darin, dass der Wert einer bestimmten Währung immer im Vergleich zu einer anderen Währung gemessen wird. Diese zwei Währungen als Paar bilden den sogenannten Devisenkurs. Wenn Sie also beispielsweise wissen möchten, welchen Wert der US-Dollar gegenüber dem Euro hat, betrachten Sie sich einfach den Devisenkurs Euro / US-Dollar. Auf diese Weise lässt sich nahezu jede Währung in ein Wertverhältnis zu einer anderen Devise setzen.

An den Devisenbörsen werden übrigens zwei unterschiedliche Devisenkurse gebildet, nämlich zum einen der Geldkurs (Kaufkurs) und zum anderen der Briefkurs (Verkaufskurs). Manche Trader versuchen in dem Zusammenhang, durch den sogenannten Arbitragehandel Gewinne zu erzielen. Dies funktioniert so, dass beispielsweise an der Devisenbörse in New York US-Dollar gekauft werden und diese innerhalb weniger Sekunden an einer anderen Devisenbörse zu einem vielleicht etwas höheren Kurs wieder verkauft werden.

Wichtige Fachbegriffe

  • Ask: Wechselkurs, zudem eine Währung zum Kauf angeboten wird.
  • Spread: Differenz zwischen Briefkurs (Preis beim Verkauf) & Geldkurs (Preis beim Kauf).
  • Put: Verkaufsoption bzw. Recht zu verkaufen.
  • Crossrate: Wechselkurs, in den der US-Dollar nicht involviert ist.
  • Lot: Standard-Handelsgröße, ein Lot entspricht 100.000 Einheiten der Basiswährung.
  • Pip: Die vierte Nachkommastelle eines Devisenkurses, an der die Wertänderung gemessen.
  • Hedging: Vorsorge vor Kursschwankungen, beispielsweise durch eine gegensätzliche Option.

Devisenhandel für jedermann: Forex Trading

Schon seit Jahren haben nicht nur Staaten, Banken und institutionelle Händler die Möglichkeit, auf die Wertentwicklung von Devisenkursen zu spekulieren. Mit dem sogenannten Forex Trading ist es inzwischen auch jeder einzelnen Privatperson möglich, sich am globalen Handel mit Devisen und Währungen zu beteiligen. Dazu benötigt man lediglich ein Handelskonto, welches von speziellen Forex-Brokern zur Verfügung gestellt wird. Anschließend ist es problemlos möglich, über die entsprechende Handelsplattform Aufträge zum Handel mit Devisen zu erteilen.

Wenn Sie also beispielsweise davon ausgehen, dass der Wert des amerikanischen US-Dollars gegenüber dem Euro in der Zukunft steigen wird, so erteilen Sie den entsprechenden Auftrag an den Forex-Broker und kaufen US-Dollar, um im Gegenzug mit Euro zu bezahlen. Das Forex Trading ist allerdings hochspekulativ und beinhaltet stets das Risiko, dass Sie sogar Ihr gesamtes investiertes Kapital verlieren können. Auf der anderen Seite bietet der Devisenhandel aber auch große Chancen, innerhalb kurzer Zeit vor Gewinne zu erzielen.

Welche Sicherheit steht hinter den Devisen?

In früheren Zeiten gab es zum Beispiel beim US-Dollar den sogenannten Goldstandard. Dieser besagte, dass der Dollar an den Goldpreis gebunden war und das Edelmetall als Sicherheit hinter den Devisen stand. Heutzutage gibt es diese Goldparität – bis auf wenige Staaten als Ausnahme – in aller Regel nicht mehr. Aus dem Grund steht im eigentlichen Sinne auch keine materielle Sicherheit hinter den fremden Währungen und Devisen. Daher ist es im Prinzip lediglich das Vertrauen der Marktakteure in den Staat, dass die Devisen ihren Wert in dem Sinne behalten, als dass man auch zukünftig für den Betrag XY bestimmte Waren oder Leistungen erwerben kann.

Fazit zu Devisen und Währungen

Im Privatbereich kommen Sie mit fremden Währungen meistens lediglich in Form ausländischer Banknoten und vielleicht Münzen in Berührung, also genauer gesagt mit Sorten. Eine Ausnahme stellen lediglich Anleger und Trader dar, denn diese können Devisenanlagen nutzen, um eine möglichst gute Rendite zu erzielen. Deutlich mehr zu tun mit Devisen haben Unternehmen und zum Teil Selbstständige, die Geschäftspartner oder Kunden außerhalb der Eurozone haben. Dann ist es häufig notwendig, in einer fremden Währung zu bezahlen oder Geld zu erhalten, welches anschließend auf den entsprechenden Konten umgerechnet wird. Gewerbetreibende haben also häufiger mit Buchgeld (Devisen) zu tun, weniger stattdessen mit ausländischen Währungen in Form von Banknoten oder Münzen.

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