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Akkordlohn

Der Akkordlohn ist mittlerweile in Deutschland und vielen anderen Ländern Europas eher eine Ausnahme geworden. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts allerdings war es insbesondere im Produktionsbereich vollkommen unüblich, dass Arbeiter nach Akkord bezahlt wurden. Doch worum handelt es sich beim Akkordlohn eigentlich im Detail, wie funktioniert er und wann ist die Anwendung heute noch sinnvoll?

Was ist der Akkordlohn?

Beim Akkordlohn handelt es sich um eine Bezahlung von Mitarbeitern, die abhängig von deren Leistung ist. Am bekanntesten ist der Akkordlohn, bei dem der Mitarbeiter zum Beispiel nach der Anzahl der Güter bezahlt wird, die er gefertigt hat. Gegenüber einem Gehalt oder heute üblichen Löhnen spielt beim Akkordlohn hingegen die Zeit der Arbeit im Grunde keinerlei Rolle. Kennzeichnend für den Akkordlohn ist ferner, dass dieser nahezu ausschließlich bei einfachen und stets wiederholenden Tätigkeiten gezahlt wird.

Welche Arten von Akkordlohn existieren?

Die Akkordlöhne gibt es in unterschiedlichen Varianten, sodass eine Einteilung in Gruppen vorgenommen werden kann. So wird beispielsweise zwischen dem Einzel- und Gesamtakkord differenziert. Kennzeichend für den Einzelakkord ist, dass eine bestimmte Leistung für einzelne Angestellte definiert wird, an der letztendlich auch deren persönliche Leistung festgemacht wird. Beim Gesamtakkord hingegen wird ebenfalls ein Ziel definiert, welches allerdings für eine Gruppe von mehreren Mitarbeitern gilt. In dem Fall kommt es praktisch nur auf die Team-Leistung an und nicht darauf, welche Ergebnisse die einzelne Person im Detail erzielt.

Eine weitere Einteilung des Akkordlohns kann in den Zeit- und Geldakkord vorgenommen werden. Beim sogenannten Zeitakkord handelt es sich gleichsam um die gängigste Variante des Akkordlohns. In diesem Fall findet die Berechnung der Entlohnung nicht nur auf Basis der produzierten Stückzahl statt, sondern darüber hinaus wird die Arbeitszeit ebenfalls mit einbezogen. Als Grundlage gibt der Arbeitgeber eine sogenannte Normleistung vor. Dabei handelt es sich insbesondere um eine bestimmte Anzahl von Gütern, die Mitarbeiter zum Beispiel innerhalb einer Schicht durchschnittlich produzieren. Für diese Durchschnittsleistung bekommen die Angestellten zunächst einmal den sogenannten Akkordrichtsatz.

An diesem Akkordrichtsatz wird dann die tatsächlich produzierte Menge gemessen. Fällt diese höher aus, so erhalten die Mitarbeiter zusätzlichen Lohn. Fällt die Menge hingegen geringer aus, wird der Akkordrichtsatz dementsprechend reduziert. Im Unterschied zum Zeitakkord ist der Geldakkord dadurch gekennzeichnet, dass es keinen Akkordrichtsatz als Grundentgelt gibt. Stattdessen wird der Mitarbeiter ausschließlich nach der produzierten Menge oder pro Stück bezahlt. Heutzutage wird der Geldakkord allerdings nur noch selten angewendet.

Wie berechnet sich der Akkordlohn?

Die Berechnung des Akkordlohns ist relativ einfach, wenn man zum Beispiel den Geldakkord als Beispiel nimmt. In diesem Fall lautet die Formel:

Akkordlohn = Produzierte Stückzahl * Euro pro Stück

Wer also beispielsweise pro hergestelltem Smartphone 2,50 Euro erhält und in seiner Schicht insgesamt 30 Handys produziert, der hat pro Tag in dem Fall einen Akkordlohn von 75 Euro erzielt.

Unter welchen Voraussetzungen wird der Akkordlohn angewendet?

Der Akkordlohn kann keinesfalls in allen Bereichen der Wirtschaft eingesetzt werden, sondern es müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein, damit die Anwendung des Akkordlohns überhaupt praktikabel und sinnvoll ist. Wichtig ist zum Beispiel, dass die entsprechende Tätigkeit fortlaufend in einer permanent gleichen Weise durchgeführt werden kann. Eine weitere Voraussetzung für die Sinnhaftigkeit des Akkordlohns ist, dass die Mitarbeiter in der Praxis die Möglichkeit haben, die zu produzierende Stückzahl tatsächlich zu beeinflussen. Die dritte Voraussetzung besteht beim Akkordlohn darin, dass die Qualität des produzierten Produktes immer gleich ist bzw. nicht vom Mitarbeiter beeinflusst werden kann.

In welchen Bereichen findet Anwendung des Akkordlohns statt?

Heutzutage wird der Akkordlohn nur noch relativ selten angewendet. Der Grund besteht darin, dass Akkordlöhne nahezu ausschließlich im industriellen Bereich eingesetzt werden, beispielsweise in der Montage oder bei sonstiger Fertigung von Gütern. Exakt diese Arbeitsschritte übernehmen heutzutage allerdings immer häufiger Maschinen. Daher sind zahlreiche, sehr einfache Tätigkeiten – insbesondere am Fließband – in den letzten Jahrzehnten für Menschen wegfallen, weshalb der Akkordlohn nur noch selten von großer Bedeutung ist. Am häufigsten werden Akkordlöhne noch heute bei der Ernte eingesetzt, zum Beispiel bei der Spargelernte mit Handarbeit.

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