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Anlage-Ambiguität

Die Bezeichnung Anlage-Ambiguität oder auch nur Ambiguität dürfte den meisten Verbrauchern nicht bekannt sein. Abgeleitet ist der im Finanzbereich verwendete Begriff von dem lateinischen Wort ambiguus. Dies bedeutet soviel wie zweifelhaft. In der Finanz- und Wirtschaftswelt wird mit dem Begriff Anlage-Ambiguität vor allem ein Anlegerverhalten in Verbindung gebracht, welches sich dadurch gekennzeichnet, dass Vorsicht bei ausländischen Anlageprodukten und Finanzmärkten gegeben ist.

Was bedeutet Anlage-Ambiguität?

Anlage-Ambiguität meint im Grunde, dass bei Anlegern eine gewisse Unsicherheit vorhanden ist, wenn es um ein Investment am weltweiten Finanzmarkt geht. Diese Unsicherheit bzw. die Zweifel sind nicht selten rein subjektiver Natur, führen aber dennoch dazu, dass sich der Anleger letztendlich für eine seiner Meinung nach sicherere Anlageform entscheidet. Dabei wird häufig seitens dieser Risikoaversion der Investoren vergessen, dass die Kapitalmärkte im Ausland in den meisten Fällen identisch wie im Inland aufgebaut sind. Es ist sogar manchmal so, dass die Risiken beim inländischen Finanzmarkt größer als auf dem internationalen Kapitalmarkt sind. Der Anleger verhält sich also in gewisser Weise wenig nachvollziehbar oder ambivalent. Anlage-Ambiguität bedeutet also auch, dass Anleger oft in erster Linie am inländischen (heimischen) Markt investieren.

Die Wahrscheinlichkeit von Risiken

Die Wahrscheinlichkeit von Risiken spielt im Zusammenhang mit der Anlage-Ambiguität eine wichtige Rolle. So gibt es beispielsweise die CAPM-Theorie, die besagt, dass auf den weltweiten Finanzmärkten zahlreiche Anlageformen angeboten werden, die sowohl durch Renditen als auch Risiken gekennzeichnet sind. Auf Grundlage dieser zwei Komponenten wird regelmäßig ein bestimmter Preis für den Handel mit Fremdkapital festgestellt. Die Anleger und Marktteilnehmer haben dann die Aufgabe, die Höhe und Wahrscheinlichkeit des Risikos ihrer eigenen Investments einzuschätzen. Dementsprechend gehen sie von bestimmten Preisen, Erträgen und Kursen aus.

Weiterhin ist festzuhalten, dass die Finanzmärkte nur solange nachvollziehbar und rational funktionieren, solange die Akteure einigermaßen genaue Vorstellungen über die Wahrscheinlichkeit von Risiken besitzen. Um von der Risikowahrscheinlichkeit wiederum zur Anlage-Ambiguität zu kommen: Die Verbindung besteht darin, dass insbesondere Anleger und andere Akteure am Finanzmarkt bei einem Risiko stets ein mögliches Ereignis sehen, dessen Ausgang ungewiss ist. Diese Tatsache bzw. Annahme führt sie anschließend in die Anlage-Ambiguität. Das bedeutet, dass Investoren systematisch bestimmte Situationen und Gegebenheiten vermeiden, bei denen es nicht möglich ist, das Risiko und sonstige Wahrscheinlichkeiten auf einer objektiven Grundlage zu bewerten.

Finanzmärkte wirken durch Informationen der Anlage-Ambiguität entgegen

Eine wesentliche Aufgabe der Finanzmärkte ist es, der erläuterten Anlage-Ambiguität der Anleger möglichst entgegenzutreten. Dies funktioniert häufig systematisch, nämlich indem Investoren möglichst umfangreiche, objektive und zuverlässige Informationen im Hinblick auf das Risiko einer Anlageform zur Verfügung gestellt werden. Sollten solche Informationen nicht transparent sein oder gänzlich fehlen, wird es allerdings stets Investoren dazu verleiten, an den Finanzmärkten generell zu zweifeln und die Theorie zu verfolgen, dass zum Beispiel Krisen in der Realität eigentlich noch gravierender sind, als es am Finanzmarkt „zugegeben wird“. Dies führt allerdings dazu, dass es einen Zielkonflikt zwischen den eigenen Interessen der Marktakteure und dem Abbau der Anlage-Ambiguität gibt.

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