Eigenkapitalrentabilität

Die Abkürzung lautet EKR, der Begriff ist die Dokumentation, wie sich das eigene Kapital eines Konzerns in dem Zeitraum einer Rechnungsperiode verzinst hat. Die Auffassung herrscht, je höher die Eigenkapitalrentabilität, desto positiver ist die Beurteilung des jeweiligen Unternehmens. Diese Berechnung ist jedoch nicht ganz richtig. Viele Unternehmen sind branchenabhängig, es sollte daher der Wert einiger Jahre zu einem exakten Ergebnis führen. Eine Zusammenfassung in Stichworten:

  • Die Eigenkapitalrentabilität ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, um die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens abschätzen zu können.
  • Die Eigenkapitalrentabilität zeigt, wie das Firmenkapital durch den Geschäftsbetrieb verzinst wird.
  • Die Eigenkapitalrentabilität kann aufgrund des Leverage Effektes gesteigert werden.

Der Leverage Effekt gibt Informationen über die Hebelwirkung des fremden Kapitals auf die Eigenkapitalrentabilität. Ein positiver Leverage Effekt ist, wenn das Unternehmen eine Rendite von beispielsweise 10 % erlangt, welche höher als der Fremdkapitalzins ist, der in diesem Falle 5 % beträgt. Ein Beispiel in Zahlen erläutert die Zusammenhänge:

  • Anlagevermögen 1.000.000 Euro,
  • Eigenkapital 1.000.000 Euro.

Eine Immobiliengesellschaft wurde komplett mit eigenem Kapital finanziert. Der jährliche Reingewinn beträgt 80.000 Euro. Eigenkapitalrendite ist der Gewinn, also 80.000 Euro, der sich aus dem Saldo von Mieterträgen in Höhe von 100.000 Euro ergibt. 20.000 Euro werden als Abschreibungen verrechnet, sodass der Reingewinn 80.000 Euro beträgt und der Leverage Effekt 8 %. Steigende Verschuldung führt natürlich zu mehr Zinsbelastungen.

Für wen ist die Eigenkapitalrentabilität wichtig

Möglichen Investoren und Aktienanlegern gibt die Eigenkapitalrentabilität Hinweise, wie der wirtschaftliche Auf- oder Abstieg des infrage kommenden Unternehmens auch in der Historie war.

Erläuterungen in Kurzform zur Eigenkapitalrentabilität

  • Die englische Bezeichnung lautet Return on Equity, auch in Deutschland bekannt,
  • definiert in Prozenten die Verzinsung des eingesetzten Kapitals,
  • die Ertragskraft des Unternehmens ist ersichtlich, interessant für die Aktionäre und eventuellen Investoren,
  • die Gegenüberstellung von Gewinn zu Eigenkapital wird veranschaulicht,
  • die Formel: Gewinn heißt Jahresüberschuss nach Steuern gegen Eigenkapital,
  • klar ausgedrückt: bei einem Gewinn von 10.000 Euro, bezogen auf die Basis 100.000 Euro Eigenkapital, beläuft sich die Eigenkapitalrentabilität auf 10 %.

Die logische Schlussfolgerung beruht darauf, je höher die Eigenkapitalrentabilität, desto besser und gewinnbringender hat das Unternehmen gewirtschaftet. Diese einfache Kalkulation ist jedoch nicht in jeder Branche anzuwenden. Das Unternehmen ist stabil, wenn jahrelang ungefähr die Zahlen übereinstimmen. Einige Punkte können einem Betrieb zeitweilig eine negative Eigenkapitalrentabilität geben, obwohl sich das Unternehmen zwischenzeitlich wieder erholt hat. Es handelt sich um folgende Ereignisse, die auf einen ungenauen Wert hinweisen:

  • Hohe Personalkosten,
  • hoher Kapitaleinsatz (eventuell wegen Investitionen im Unternehmen),
  • starke Konkurrenz, sodass der Konzern nach Lösungen suchen muss.

Fremdkapital und Eigenkapitalrentabilität

Es ist nicht immer vernünftig, das Ergebnis mithilfe von Fremdkapital zu verbessern. Viele Gründe sprechen dagegen:

  • Das Fremdkapital muss wenigstens teilweise in die Produktion fließen, um daraufhin einen höheren Umsatz zu gewährleisten.
  • Jeder Kredit muss zurückgezahlt werden und erhöht das Risiko des gesamten Unternehmens. Der Unternehmer ist von den Banken abhängig.
  • In vielen Fällen ist langsames Wachstum positiver als schnelles Voranpreschen. Gleiches gilt ebenso für die Vergrößerung des Unternehmens.

Anleger, die in Aktien investieren, sollten sich die Eigenrentabilität der Firmen gleicher Branchen anschauen. Konzerne aus den Bereichen Konsum, Gesundheit und Informationstechnologie weisen meist gute Werte auf. Das Gegenteil zeigen Unternehmen in den Kategorien Energien, Banken und Finanzdienstleister. Bei diesen Unternehmen sind Dividenden höher zu bewerten. Der Unternehmer sollte niemals die Nachteile von Darlehen außer Acht lassen. Bei längeren Laufzeiten von Krediten könnten sich Nachteile ergeben. Die Kredite müssen abgezahlt werden, unabhängig davon, wie sich die Situation des Unternehmens darstellt. Die Abhängigkeit von Dritten, in diesem Falle der Kreditgeber, beeinflusst unter Umständen das Wachstum des Unternehmens. Ein Start-up Unternehmen wird in den ersten Jahren keine oder nur geringe Gewinne erzielen. Bei diesen Unternehmen wird die Eigenkapitalrentabilität erst in drei oder vier Jahren einen echten Wert präsentieren können. Zielwert der Eigenkapitalrentabilität ist, dass diese so hoch ausfällt, wie der aktuelle Zinssatz auf dem Kapitalmarkt.