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Kuppelproduktion

Im Rahmen der Produktion gibt es einige Besonderheiten und Fachbegriffe, die oftmals nur die im Unternehmen dafür zuständigen Mitarbeitern bekannt sind. Dazu gehört unter anderem auch der Begriff der sogenannten Kuppelproduktion. Im folgenden Beitrag erfahren Sie, worum es sich dabei handelt, welche Arten der Kuppelproduktion existieren und zudem nennen wir einige typische Beispiele.

Worum handelt es sich bei der Kuppelproduktion?

Alternativ wird die Kuppelproduktion häufig ebenso als Koppel- oder Verbundproduktion bezeichnet. Das Verfahren basiert auf der Betriebswirtschaftslehre und stellt eine Fertigung dar, bei der es innerhalb des Prozesses der Produktion nicht nur ein Hauptprodukt gibt. Darüber hinaus wird im Zuge der Produktion mindestens ein Nebenprodukt ebenfalls gefertigt. Die auf diese Weise entstandenen Nebenprodukte werden als Kuppelprodukte bezeichnet.

Kennzeichend für die Kuppelproduktion ist, dass die entsprechenden Nebenprodukte nicht gewollt sind, aber im Zuge der Produktion der Hauptprodukte akzeptiert werden müssen. Es handelt sich in der Regel entweder um chemische oder physikalische sowie technische Ursachen, weshalb es neben dem Hauptprodukt auch zur Produktion des entsprechenden Nebenproduktes kommt. Dies führt übrigens als Nebeneffekt dazu, dass es sich bei dem entsprechenden Unternehmen um ein sogenanntes Mehrprodukt-Unternehmen handelt.

Welche Arten von Kuppelproduktion gibt es?

Im Rahmen der Kuppelproduktion wird zwischen zwei Arten unterschieden. Zum einen existieren die fixen und zum anderen die flexiblen Kuppelprodukte. Die fixe Kuppelproduktion ist dadurch gekennzeichnet, dass es ein feststehendes Verhältnis zwischen der Menge des jeweiligen Hauptproduktes und der des Nebenproduktes gibt. Demgegenüber lässt sich im Rahmen der flexiblen Verbundproduktion die Menge der jeweiligen Produkte – zumindest in begrenztem Umfang – variabel gestalten. Darüber hinaus werden die Produkte, die im Zuge der Kuppelproduktion entstehen, häufiger in drei Kategorien eingeteilt, nämlich:

  • Ungenutzte Kuppelproduktion
  • Nicht verwertbare Kuppelproduktion
  • Verwertbare Produkte

Ungenutzte Resultate der Kuppelproduktion sind zum Beispiel Abwärme oder Abkälte. Nicht verwertbare Kuppelproduktionen sind normalerweise Abfälle, die allerdings nur mit einem erheblichen Aufwand zu beseitigen wären. Demgegenüber stehen die verwertbaren Abfälle als verwertbare Kuppelproduktion.

Kuppelproduktion und die Kostenrechnung

Im Zuge der Kuppelproduktion entstehen selbstverständlich Kosten, sodass eine Einordnung in die Kostenrechnung vorgenommen wird. In den meisten Fällen wird dazu die Restwertmethode verwendet. Meistens gelingt es allerdings nicht oder nur unzureichend, die jeweiligen Kosten tatsächlich dem eigentlichen Verursacher zuzurechnen. Der Hauptgrund ist, dass die Kuppelprodukte zwangsläufig entstehen, sodass kein zusätzlicher Energie- oder Materialaufwand notwendig ist. Somit werden insbesondere die Stückkosten des Hauptproduktes ermittelt, die sich wie folgt berechnen lassen:
(Gesamtkosten – Erlöse der Nebenprodukte) / Stückzahl des Hauptproduktes
Beispiele für Haupt- und Nebenprodukte in der Kuppelproduktion
In allen Fällen gibt es im Rahmen der Kuppelproduktion neben dem Hauptprodukt ein oder mehrere Nebenprodukte, die im Prozess der Fertigung automatisch entstehen. Typische und allgemein bekannte Beispiele sind:

  • Stahl – Thomasmehl
  • Käse – Süßmolke
  • Wein – Tristerbrand
  • Rübenzucker – Rübenschnitzel

Neben dem zuerst genannten Hauptprodukt wird in diesen Beispielen immer mindestens ein Nebenprodukt im Zuge der Kuppelproduktion entstehen.

Haben Kuppelproduktionen Vor- oder Nachteile?

Es ist in erster Linie davon abhängig, um welches Produkt es sich handelt, ob bei der Kuppelproduktion eher die Vor- oder die Nachteile überwiegen. Dabei spielt es eine wesentliche Rolle, ob die hergestellten Nebenprodukte vom Hersteller entweder selbst genutzt oder zumindest veräußert werden können. Dann ist die Kuppelproduktion durchaus von Vorteil. Handelt es sich bei Nebenprodukten hingegen um nicht verwertbaren Abfall, dessen Entsorgung für zusätzliche Kosten verantwortlich ist, ist die Kuppelproduktion mit Nachteilen verbunden.

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