Konsortialfinanzierung

Hat ein Unternehmen einen hohen Finanzbedarf, ist eine Konsortialfinanzierung die einfachste Lösung. Die Konsortialfinanzierung bedeutet, dass mehrere Banken, mindestens jedoch zwei Banken, gemeinsam einen Kredit vergeben. Die einheitliche Dokumentation ist wichtig für die Transparenz und Eindeutigkeit. Die Risikoverteilung ist sinnvoll, da es sich in der Regel um große Kredite handelt. Für den Unternehmer birgt diese Art Vorteile, da er nur einen Kredit beantragt und nicht mehrere kleinere Darlehen, die zu unterschiedlichen Bedingungen vergeben werden. Er braucht nicht mit mehreren Kreditgebern Verhandlungen zu führen. Der Konsortialführer vertritt alle Kreditgeber gegenüber dem Kreditnehmer. Er ist an die Richtlinien der Kreditgeber gebunden. Die Konsortialführerschaft kann auch von mehreren Banken gehandhabt werden. Der Arrangeur wird mit der Arrangierung der Konsortialfinanzierung beauftragt, das heißt die Strukturierung und Dokumentation obliegt dem Arrangeur. Vier wichtige Abschnitte erläutern diese Kreditart etwas näher:

  • Strukturierung: Entwicklung und Abstimmung,
  • Syndizierung: Abstimmung und Einladung der Banken,
  • Dokumentation: Erstellung und Abstimmung des betreffenden Kreditvertrages,
  • Abschluss: Unterzeichnung Kreditvertrag, Auszahlung.

Struktur der Konsortialfinanzierung

Einer der vielen Vorteile ist die Flexibilität dieser Finanzierung. Betriebsmittelkredite und Investitionskredite können mit der Konsortialfinanzierung kombiniert werden. Das Volumen der Finanzierung beginnt ab 20 Mio. Euro und ist nur für Großunternehmen interessant. Die Sicherheiten sind abhängig vom Verwendungszweck und der Bonität des Konzerns. Die Laufzeiten werden in der Regel zwischen drei und fünf Jahren gerechnet, können aber auch mal 30 Jahre betragen. In der Bilanz wird diese Finanzierung wie folgt aufgeführt: „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ in einer Summe.

Vorteile dieser Finanzierung:

  • Ziemlich hohe Kreditsummen zu einheitlichen Bedingungen,
  • Zusammenfassung mehrerer Kreditlinien bei verschiedenen Kreditgebern,
  • einfache und schnelle Erweiterung des Bankenkreises,
  • Planungssicherheit erfolgt durch Kreditzusage und feste Marge für die Laufzeit,
  • Kündigungsmöglichkeit der Kreditgeber nur mit dem Mehrheitsbescheid,
  • der Kunde hat nur einen Ansprechpartner, den Arrangeur,
  • relativ wenig Zeitaufwand, da auch wenige Einzelverhandlungen notwendig sind,
  • für Unternehmen in der Wachstumsphase optimale Finanzierung,
  • relativ lange Laufzeiten,
  • Gleichbehandlung der Banken ist sichergestellt.

Ideal ist, dass sich die Finanzierungszusage der Banken auf einen festen Zeitraum bezieht. Das führt zu einem besseren Überblick für den Kreditnehmer. Experten raten zu vier Banken im Konsortium. Wenn Geschäftsaktionen in Asien durchgeführt werden, ist es auf jeden Fall ratsam, eine asiatische Bank ins Konsortium zu holen. Bei jeder Konstellation ist darauf zu achten, die Rahmenbedingungen abhängig von der Bonität des Unternehmens, den laufenden Finanzierungen und möglicher Zusatzgeschäfte, zu erarbeiten.

Nachteile dieser Finanzierung

  • Es fallen höhere Gebühren an als bei herkömmlichen Krediten,
  • es besteht die Gefahr, dass die Verhandlung mit dem Bankenkonsortium verschlechterte Verhandlungspositionen und eine höhere Marge bedeuten,
  • die Bedingungen sind sehr detailliert.
  • Das Konsortium verfolgt selbstverständlich auch eigene Interessen, sodass die Banken über große Verhandlungsvollmacht verfügen und unter Umständen den Kreditnehmer unter

Druck setzen können. Der Kreditnehmer besitzt keinen großen strategischen Spielraum.

Finanziert werden beispielsweise Einkaufszentren, Fußballstadien oder Immobilienfonds. Die Verzinsung hängt von der Bonität des Kreditnehmers ab und den gestellten Sicherheiten ab. Wenn die Konsortialfinanzierung in fremder Währung abgeschlossen wird, fallen auch die Zinsen in der betreffenden Währung an. Wesentliche Merkmale sind, dass es sich um mehr als einen Kreditgeber handelt und die Kreditvergabe zu einheitlichen Bedingungen erfolgt.

Für wen sind Konsortialfinanzierungen interessant

Für Unternehmen, die einen hohen Kreditbedarf haben, ist eine derartige Finanzierung optimal. Die Hausbank ist oft nicht in der Lage, einen hohen Kredit zu gewähren und so wird ein Konsortium geschaffen. Für die Banken sind Konsortialfinanzierungen positiv, denn die Risiken werden geteilt und die Summe wird vom Konsortium gemeinsam gegeben.

Kurze Zusammenfassung der Kriterien für Konsortialfinanzierungen:

  • Große Kreditsummen, die von einem Bankenkonsortium vergeben werden.
  • Laufzeit ab 4 bis zu 30 Jahren,
  • Rückzahlung erfolgt meist in Raten,
  • bankübliche Sicherheiten,
  • mittlere Zinskonditionen.

Die Belange und unterschiedlichen Anforderungen der Konsortialbanken muss der Kreditnehmer berücksichtigen. Das ist zwingend notwendig. Der Anfang der Verhandlungen bis zur Unterschrift kann bis zu neun Monaten dauern. Diese Finanzierung kann nur optimal sein, wenn eine partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit die Grundlage zwischen Konsortium und Kreditnehmer ist.