Unter dem Begriff Anleger versteht man natürliche und juristische Personen, die ihr Geld investieren, um dies Gewinn bringend arbeiten zu lassen. Nach der Höhe des Kapitals, das für ein Investment bereitsteht, wird oftmals zwischen Kleinanlegern, mittelständischen Anlegern und Großanlegern unterschieden.

Worum handelt es sich bei einem Kleinanleger?

Während es sich einerseits beispielsweise bei Fonds, anderen institutionellen Investoren und Unternehmen sowie vermögenden Privatpersonen häufig um Großanleger handelt, gibt es auf der anderen Seite die große Gruppe der sogenannten Kleinanleger. Es handelt sich dabei um natürliche Personen, die nur ein relativ geringes Kapitalvermögen haben, welches sie investieren können. Zwar gibt es keine einheitlichen Betragsgrenzen, innerhalb derer von einem Kleinanleger gesprochen wird.

Allerdings herrscht die Meinung vor, dass in den Bereich der Kleinanleger sämtliche Anleger fallen, die maximal bis zu 10.000 Euro an zu investierenden Vermögen haben. Manchmal wird die Grenze auch etwas höher angesetzt, sodass noch bis zu einem Kapitalvermögen in Höhe von 50.000 Euro von einem Kleinanleger gesprochen wird. Fest steht lediglich, dass alle Investitionssummen im mindestens sechsstelligen Bereich nicht mehr in den Bereich der Kleinanleger fallen.

Wer fällt häufig in die Gruppe der Kleinanleger?

Charakteristisch für Kleinanleger ist, dass diese oftmals bestimmten Personen- und Kundengruppen zugeordnet werden. So ist der Anteil der Kleinanleger beispielsweise innerhalb der folgenden Gruppen, die Kapital anlegen möchten, relativ hoch.

  • Geringverdiener
  • Rentner
  • Auszubildende
  • Studenten
  • Hausfrauen
  • Arbeitslose
  • Familien mit maximal durchschnittlichem Einkommen
  • In diesen Kategorien finden sich relativ wenige Kleinanleger, was natürlich vor allem darauf zurückzuführen ist, dass vergleichsweise wenig Einkommen (im Durchschnitt betrachtet) zur Verfügung steht.

    Niedriges Einkommen als häufige Voraussetzung für Kleinanleger

    Die Höhe des Anlagekapitals und das Einkommen stehen oftmals in einem parallel laufenden Verhältnis zueinander. Wer sich selbst als Kleinanleger bezeichnet oder aufgrund der Investitionssummen in diese Gruppe einzuordnen ist, der hat meistens auch nur ein geringes oder maximal durchschnittliches Einkommen. Daraus resultiert, dass so wenig Geld zur Seite gelegt werden kann, welches dazu dient, Vermögen aufzubauen.

    Welche Probleme haben Kleinanleger in der Praxis?

    Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass Kleinanleger grundsätzlich alle Anlageprodukte nutzen können, die auch Großanlegern zur Verfügung stehen. Dies ist allerdings bei Weitem nicht so, denn schon bei gängigen Bankprodukten, wie zum Beispiel dem Festgeld, gibt es oftmals eine Mindestanlagesumme zu erfüllen. Insbesondere sehr professionelle und renditestarke Investments sind Kleinanlegern häufig gar nicht zugänglich.

    Dies gilt beispielsweise für geschlossene Fonds oder geschlossenen Beteiligung, bei denen die Mindestanlagesumme selten unterhalb von 20.000 Euro liegt. Manche Investments sind sogar erst ab sechsstelligen Anlagesumme möglich, sodass Kleinanleger oftmals von den besonders attraktiven Anlageformen ausgeschlossen werden. Dies gilt zum Beispiel auch für Vermögensverwaltungen, denn hier ist fast immer ein sechsstelliger Investitionsbedarf notwendig, um das Angebot überhaupt nutzen zu können.

    Ein weiteres Problem besteht für Kleinanleger darin, dass die in aller Regel sehr sinnvolle Diversifikation gar nicht möglich ist. Wer beispielsweise 20.000 Euro investieren kann, dem wird bei einem Aktien-Investment empfohlen, dieses Kapital mindestens auf fünf unterschiedliche Aktienwerte zu erteilen verteilt. Wer jedoch als Kleinanleger beispielsweise ohnehin nur 3.000 Euro zur Verfügung hat, der kann oftmals aufgrund der mangelnden Investitionssummen gar keine Aufteilung des Kapitals vornehmen. Bei Aktien wäre es zum Beispiel so, dass die Transaktions- und Ordergebühren bei zu geringen Anlagesummen einfach im Verhältnis zu teuer wären, sodass sich ein Aufteilen der Anlagesumme nicht lohnen würde.