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Blankokredit

Die Kredite am Markt lassen sich nach mehreren Gesichtspunkten in verschiedene Gruppen einteilen. Zwei Hauptgruppen werden auf der Grundlage gebildet, ob der Kreditnehmer eine Sicherheit stellen muss oder nicht. Besicherte Darlehen sind beispielsweise im Rahmen einer Immobilienfinanzierung üblich, denn Immobilienkredite werden fast ausschließlich unter der Voraussetzung vergeben, dass eine Grundschuld bestellt wird. Auf der anderen Seite gibt es jedoch ebenso zahlreiche Kredite und Kreditarten, bei denen die Bank keine Sicherheit verlangt. In dem Fall wird von sogenannten Blankokrediten gesprochen.

Worum handelt es sich beim Blankokredit?

Der Begriff „blanko“ wirklich nicht nur im Finanzbereich, sondern auch in anderen Alltagsbereichen verwendet. So gibt es beispielsweise mit der „Blanco Card“ eine Art Freibrief, der ebenfalls in diese Richtung geht. Mit „blanko“ ist normalerweise gemeint, dass bestimmte Personen viel Vertrauen genießen oder zumindest die Freiheit haben, ohne größere Einschränkungen Aktionen durchzuführen.

Ähnlich lässt sich durchaus ebenso der Blankokredit beschreiben. Kennzeichnend für dieses Darlehen ist, dass die Bank vom Kreditnehmer keine Sicherheiten fordert. Der Kredit wird demnach wortwörtlich „blanko“, also ohne Auflagen, vergeben. Kurz gesagt sind alle Finanzierungen gleichzusetzen mit einem Blancokredit, bei denen der Kreditnehmer keine Sicherheiten stellen muss.

Welche Darlehensarten sind typisch für einen Blankokredit?

In der Praxis gibt es mehrere Kreditarten, bei denen es sich oft oder meistens um Blankokredite handelt. Dies betrifft insbesondere die folgenden Finanzierungsvarianten:

  • Dispositionskredit
  • Rahmenkredit
  • Abrufkredit
  • Ratenkredit bis zu einer gewissen Summe

Der Dispositionskredit ist nahezu immer ein Blankokredit, denn die Bank räumt dem Kunden eine Kreditlinie auf seinem Girokonto ein, für welche er keine Sicherheiten stellen muss. Ebenfalls Blankokredite sind in der Regel Rahmen- und Abrufkredite. Darüber hinaus vergeben zahlreiche Banken Ratenkredite ebenfalls ohne Sicherheiten, wenn eine – von ihnen selbst bestimmte – Darlehenssumme nicht überschritten wird.

Bei welchen Krediten handelt es sich nicht um Blankokredite?

Auf der einen Seite gibt es die zuvor genannten Darlehensarten, die oft und sogar meistens zu den Blankokrediten gehören. Auf der anderen Seite existieren am Markt ebenso Kreditarten, die nie oder eher selten zu den Blankokrediten zu rechnen sind. Dazu gehören in erster Linie:

  • Wertpapierkredite
  • Immobiliendarlehen
  • Autokredite
  • Investitionsdarlehen

Der Immobilienkredit ist sicherlich das Darlehen, was selten als Blankokredit vergeben wird. Zumindest gilt dies für die Hauptschuld, denn diese wird fast immer mit einer Grundschuld abgesichert. Allerdings kann es durchaus passieren, dass ein kleinerer Teil des gesamten Finanzierungsbedarfs dann doch als Blankokredit, also ohne Sicherheiten, vergeben wird. Der Grund ist, dass die Banken in der Regel die Grundschuld nur zwischen 60 bis 80 Prozent der Kreditsumme ansetzen. Ebenfalls typisch für Darlehen, die meistens nicht als Blankokredite vergeben werden, sind Autokredite. Hier fordert der Kreditgeber meistens die Sicherungsübereignung des zu finanzierenden Fahrzeuges ein, die für ihn eine Sicherheit darstellt.

Wonach richten Banken ihre Entscheidung aus?

Insbesondere der Ratenkredit ist eine Kreditart, die sich weder grundsätzlich in der Gruppe der Kredite einordnen lässt, die als Blankokredite noch als besicherte Darlehen vergeben werden. Hier ist es meistens zum einen von der Darlehenssumme und zum anderen von der Bonität des Kunden abhängig, ob die Bank dazu bereit ist, den Ratenkredit ohne Sicherheiten, also als Blankokredit, zu vergeben. Wer als Kunde über eine sehr gute Bonität verfügt, der wird von der Bank vielleicht einen Ratenkredit über 20.000 Euro noch als Blankodarlehen erhalten. Die gleiche Kreditsumme vergibt die Bank vielleicht an einen anderen Kunden, der über eine eher mittelmäßige Bonität verfügt, nur als besichertes Darlehen. Hier kommen dann beispielsweise Kreditsicherheiten wie Bürgschaften, die Abtretung von Forderungen oder auch die Verpfändung von Wertpapieren infrage.

Negativerklärung bei Blankokrediten nicht unüblich

Sollte die Bank sich für die Einräumung eines Blankokredites entscheiden, werden meistens bestimmte Klauseln in den Kreditvertrag aufgenommen. Dazu zählt häufig die sogenannte Negativerklärung. Mit dieser Erklärung wird verhindert, dass der Kunde existierende Kreditsicherheiten für neue Darlehen an andere Banken vergibt, während er von seiner Bank einen Blankokredit erhält.

Darüber hinaus gibt es ebenfalls eine sogenannte Positiverklärung. In dieser erklärt sich der Kreditnehmer dazu bereit bzw. verpflichtet sich, trotz des Erhaltes eines Blankokredites anschließend Sicherheiten zu stellen, falls ein bestimmtes Ereignis eintreten sollte. Dabei kann es sich zum Beispiel im geschäftlichen Bereich um die Veräußerung von Betriebsvermögen handeln, sodass die Bonität des Kreditnehmers dementsprechend sinkt.

Blankokredite im Firmenkundengeschäft

Nicht nur im Privatkundengeschäft stellen Banken Blankokredite zur Verfügung, sondern diese Darlehensvariante findet sich ebenfalls im Bereich des Firmenkundengeschäftes. So gibt es bei der Unternehmensfinanzierung ebenfalls typische Darlehen, die meistens als Blankokredit vergeben werden, nämlich:

  • Betriebsmittelkredite
  • Kontokorrentkredite
  • Überbrückungskredite

Die meisten Banken haben bestimmte Regeln, unter welchen Voraussetzungen sie noch einen Blankokredit vergeben können. So sollte das Darlehen beispielsweise 40 Prozent des Eigenkapitals des betreffenden Kunden nicht übersteigen. Ähnliches gilt für die Nettoumsatzerlöse, sodass der Blankokredit möglichst 25 Prozent dieser Umsatzerlöse nicht übersteigen sollte. Allerdings kann jede Bank ihre eigenen Regeln aufstellen, unter welchen Voraussetzungen Blankokredite vergeben werden.

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