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Ständige Fazilitäten

Der Bundesbank bzw. der Europäischen Zentralbank stehen neben anderen Zentralbanken rund um den Globus mehrere Mittel zur Verfügung, um die Geld- und Finanzsysteme zu beeinflussen. Die bekannteste Maßnahme ist sicherlich das Senken oder Erhöhen der Leitzinsen. Darüber hinaus zählen unter anderem auch die sogenannten ständigen Fazilitäten zu den geldpolitischen Operationen, über die unter anderem die EZB verfügen kann.

Was bedeutet Fazilität?

Bevor wir näher auf ständige Fazilitäten eingehen, möchten wir zuvor erläutern, worum es sich überhaupt bei der Bezeichnung Fazilität handelt. Dieser Begriff stammt aus dem Lateinischen und leitet sich dementsprechend von facilitas ab. In der heutigen Zeit wird mit der Fazilität beschrieben, dass Banken ihren Kunden die Option zur Verfügung stellen, innerhalb eines Limits sofort und somit kurzfristig Kredite nutzen zu können.
Alternativ wird der Bezeichnung auch bei einer kurzfristig angebotenen Geldanlage genutzt. Im Bereich der Zentralbanken beinhaltet die Fazilität, dass zum Beispiel die EZB den Geschäftsbanken in Deutschland die Möglichkeit bietet, über Nacht entweder überschüssige Liquidität abzubauen oder benötigtes Kapital bereitzustellen. Man spricht in dem Zusammenhang von der sogenannten Zentralbankfazilität.

Worum handelt es sich bei ständigen Fazilitäten?

Bei den ständigen Fazilitäten handelt es sich um geldpolitische Operationen, die zum Beispiel die Europäische Zentralbank nutzt. Allerdings ist es in dem Fall nicht die Zentralbank, sondern die entsprechende Geschäftsbank, die bei einer ständigen Fazilität die Initiative ergreift. Im Euroraum existieren zwei Arten von ständigen Fazilitäten, nämlich zum einen die Einlage- und zum anderen die Spitzenrefinanzierungsfazilität.
Der wesentliche Sinn und Zweck ständiger Fazilitäten besteht darin, dass durch dieses Instrument im besten Fall größeren Ausschläge im Bereich der Geldmarktzinsen entgegengewirkt werden kann. Darüber hinaus ist der Zinssatz für die ständigen Fazilitäten in der Regel gleichbedeutend mit der jeweiligen Ober- und Untergrenze für den Tagesgeldzinssatz, der am Geldmarkt vorherrscht.

Die ständigen Fazilitäten der Europäischen Zentralbank

Die ständigen Fazilitäten sind unter anderem in der Satzung der Europäischen Systems der Zentralbanken verankert. Die EZB arbeitet mit den bereits genannten Fazilitäten (Einlage- und Spitzenrefinanzierungsfazilität), die bezüglich ihres Volumens begrenzt sind.

Spitzenrefinanzierungs- und Einlagefazilität im Vergleich

Die Spitzenrefinanzierungsfazilität gibt Banken die Gelegenheit, bei der Europäischen Zentralbank overnight (über Nacht) Kredite aufzunehmen. Die Höhe ist – zumindest theoretisch – in dem Zusammenhang nicht begrenzt. Ferner muss eine Sicherung des Kredites erfolgen, der bereits am kommenden Geschäftstag fällig ist. Den Kreditbetrag müssen die entsprechenden Banken nebst Zinsen an die EZB zurückzahlen.
Die Einlagenfazilität hingegen beinhaltet, dass die Banken bei der EZB – ebenfalls über Nacht – Geld anlegen können. Im Gegenzug erhalten sie den aktuellen Zinssatz, der im Zusammenhang mit der Einlagefazilität existiert. Aufgrund der Niedrigzinssituation gibt es allerdings schon seit mehreren Jahren für Banken Strafzinsen, wenn sie Geld bei der EZB auf ihren entsprechenden Konto anlegen.

Welchen Nutzen haben ständige Fazilitäten für Banken?

Sowohl die Einlage- als auch Spitzenrefinanzierungsfazilitäten haben für die Geschäftsbanken in Deutschland einen durchaus sinnvollen Zweck. Die Kreditinstitute haben in erster Linie so die Möglichkeit, entweder Liquidität zu schaffen oder abzubauen. Auf diese Weise ist es zum Beispiel möglich, eventuellen Engpässen hinsichtlich der Liquidität zum nächsten Geschäftstag zu entgehen. Zudem können die ständigen Fazilitäten den Banken dabei helfen, die Verpflichtungen zur Mindestreserve einzuhalten.

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